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Pakistan Gillani entkommt Anschlag

03.09.2008 ·  Der pakistanische Regierungschef Yousaf Raza Gillani ist am Mittwoch knapp einem Anschlag entgangen. Wie Gillanis Sprecher mitteilte, wurde in einem Vorort von Islamabad mit Schnellfeuerwaffen auf den Konvoi des Ministerpräsidenten geschossen. Aus dem Grenzgebiet zu Afghanistan wurden Gefechte internationaler Truppen gemeldet.

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Der pakistanische Regierungschef Yousaf Raza Gillani ist am Mittwoch knapp einem Anschlag entkommen. Wie Gillanis Sprecher mitteilte, wurde in einem Vorort von Islamabad in der Nähe des Flughafens mit Schnellfeuerwaffen auf den Konvoi des Ministerpräsidenten geschossen. Zwei Kugeln hätten auch das Auto, in dem Gillani saß, getroffen. Sie schlugen in die Scheibe des Fahrers ein, das Glas war aber noch intakt.
Gillani habe wohlbehalten sein Büro erreicht, berichtete Informationsministerin Sherry Rehman. Gillanis Sprecher nannte den Angriff einen „Mordversuch“. Zunächst bezichtigte sich niemand der Tat; Angaben über Verletzte lagen ebenfalls nicht vor.

Der 56 Jahre alte Gillani ist erst seit März im Amt und gehört der Pakistanischen Volkspartei PPP der im Dezember vergangenen Jahres ermordeten Oppositionsführerin Benazir Bhutto an. Die PPP war als stärkste Kraft aus der Parlamentswahl hervorgegangen. Die neue Regierung hatte Präsident Pervez Musharraf aus dem Amt gedrängt. Im Streit um die Präsidentschaftskandidatur und die Wiedereinsetzung von aus politischen Gründen abgesetzten Richtern war vergangene Woche die Regierungskoalition aus PPP und der Muslim-Liga (PML-N) von Nawaz Sharif zerbrochen. Am Samstag sollen in Pakistan Präsidentenwahlen abgehalten werden.

Nato-Gefechte auf pakistanischem Gebiet

Bei einem Angriff internationaler Truppen im Nordwesten Pakistans kamen unterdessen nach Angaben örtlicher Behörden mindestens 15 Menschen ums Leben, unter ihnen mehrere Zivilisten. Soldaten der Nato-Schutztruppe aus Afghanistan hätten am Mittwoch im nahegelegenen pakistanischen Stammesbezirk Süd-Waziristan das Feuer eröffnet und 15 Personen, darunter Frauen und Kinder, getötet, sagte ein ranghoher örtlicher Sicherheitsbeamter der Nachrichtenagentur AFP.

Der Gouverneur der Provinz North West Frontier, Owais Ahmed Ghani, sprach später von mindestens 20 Toten. Ein Isaf-Sprecher sagte, er wisse nichts über einen derartigen Einsatz. Vier Kampfhubschrauber hätten Isaf-Soldaten aus Afghanistan vor Sonnenaufgang in einem Dorf namens Masanika abgesetzt und später wieder abgeholt, sagte ein Sicherheitsbeamter. Als Dorfbewohner vom Fluglärm alarmiert aus ihren Häusern kamen, hätten die Truppen das Feuer eröffnet und 15 Personen getötet. Andere Behördenvertreter schrieben die Attacke den amerikanisch geführten Koalitionstruppen zu.

„Angriff auf Souveränität Pakistans“

Provinzgouverneur Ghani sagte: „Das ist ein direkter Angriff auf die Souveränität Pakistans.“ Das pakistanische Volk erwarte von seiner Armee, dass sie eine „angemessene Antwort auf alle derartigen Angriffe“ gebe. Es war das erste Mal, dass pakistanische Behörden internationale Truppen für einen direkten Angriff auf ihrem Gebiet verantwortlich machten. Bislang hatten sie nur von Raketenangriffen von afghanischem Gebiet aus gesprochen. Die pakistanische Armee bestätigte zunächst nur, dass sich in einem Grenzdorf ein Angriff ereignet habe. Dieser werde derzeit untersucht, sagte ein Sprecher. Ein Isaf-Sprecher sagte in Kabul, ihm lägen keine Informationen über einen Angriff in Pakistan vor. Zugleich verwies er darauf, dass die Nato kein Mandat für Einsätze in Afghanistans Nachbarland habe. Isaf-Truppen dürften lediglich nach Angriffen aus pakistanischem Gebiet zurückfeuern.

Die Koalitionstruppen gaben ebenfalls an, nichts von einer Attacke internationaler Truppen in Pakistan zu wissen. Die pakistanischen Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan sind wichtige Rückzugsgebiete für Kämpfer der radikalislamischen Taliban und von Al Qaida. Den Koalitionstruppen waren in jüngster Zeit mehrere Raketenangriffe aus Afghanistan auf Aufständische in Pakistan angelastet worden. In Amerika wurde berichtet, die Vereinigten Staaten planten zudem direkte Angriffe auf pakistanischem Boden, da die dortigen Sicherheitskräfte die islamistischen Rebellen nicht konsequent genug bekämpften.

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