01.09.2010 · Erpressung oder Hilferuf? Pakistans Regierung setzt das Ausland unter Druck: Wenn sie nicht die Flutkatastrophe in den Griff bekomme, werde das den Extremisten in die Hände spielen. Pakistan hat die Islamisten aber selbst gezüchtet.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerVerzweifelter Hilferuf an die Staatengemeinschaft oder eiskalte Erpressung? Jedenfalls setzt die pakistanische Regierung das Ausland unter Druck: Wenn sie nicht die Flutkatastrophe in den Griff bekomme, werde das den Extremisten in die Hände spielen. Tatsächlich scheint es militanten Islamisten zu gelingen, aus der Katastrophe Kapital zu schlagen, weil die Leute Staatsversagen und Korruption am eigenen Leib erleben.
Es ist aber unverfroren, von eigenem Unvermögen dadurch abzulenken, dass man die Staatengemeinschaft dafür haftbar macht. Die weiß durchaus, was auf dem Spiel steht, hat aber auch ihre Erfahrungen gemacht: zum Beispiel mit einer Militärführung, die Islamisten jahrzehntelang ausgebildet und ausgerüstet hat, in Afghanistan, in Kaschmir; mit Politikern, die sich Extremisten für innenpolitische Zwecke halten.
Es wäre tausendmal gescheiter, wenn die Führung Pakistans ihren Staat zum Funktionieren brächte, als immerzu dem Westen die Schuld an der islamistischen Bedrohung zu geben. Pakistan ist Opfer dieser Bedrohung, es hat sie aber selbst gezüchtet.
Warum überhaupt an Pakistan spenden?
Thomas Berger (tberger)
- 01.09.2010, 16:34 Uhr
Toll...
Torlin Monger (TMonger)
- 01.09.2010, 16:35 Uhr
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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