Home
http://www.faz.net/-gpf-ovvt
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Osterpredigt Papst ruft zu „Kultur der Liebe“ auf

11.04.2004 ·  Papst Johannes Paul II. hat am Ostersonntag zur Wahrung einer „Kultur des Lebens und der Liebe“ aufgerufen. In seiner Osterpredigt forderte er außerdem den Aufbau einer „stabileren und gerechteren Weltordnung“.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (0)

Vor dem Hintergrund der zahlreichen Konflikte und terroristischen Gefahren in der Welt hat Papst Johannes Paul II. am Ostersonntag zur Wahrung einer „Kultur des Lebens und der Liebe“ aufgerufen. Anschließend erteilte der Papst vor Tausenden Gläubigen in Rom wie in jedem Jahr der Welt seinen Oster-Segen.

In seiner traditionellen Osterpredigt verurteilte das katholische Kirchenoberhaupt in ungewöhnlich deutlicher Form das „unmenschliche und leider um sich greifende Phänomen des Terrorismus“, der das Leben leugne und als eine „Geißel“ der Menschheit den Alltag vieler fleißiger und friedlicher Menschen beeinträchtige und unsicher mache. Unter Hinweis auf den christlichen Glauben der Auferstehung Jesu an Ostern rief der Papst dazu auf, der terroristischen „Logik des Todes“ eine „Kultur des Lebens und der Liebe“ entgegenzusetzen. Gegenüber den Gedanken der Rache müsse die Kultur der Vergebung geübt werden, forderte der Papst.

Entdeckt die Brüderlichkeit

Ausdrücklich erwähnte Papst Johannes Paul II. die anhaltenden Konflikte im Irak, den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern in Nahost und die Konflikte in verschiedenen Regionen Afrikas. Der Papst lobte den Einsatz internationaler Institutionen für friedliche Konfliktlösungen. „Lasse... alle, die sich als Söhne Abrahams fühlen, die Brüderlichkeit entdecken, die sie verbindet, und dränge sie zu Vorhaben der Zusammenarbeit und des Friedens", betete der Papst in Anspielung auf die einstigen gemeinsamen biblischen Wurzeln der tief zerstrittenen Parteien im Nahen Osten.

Die Christen rief der Papst auf, um die Kraft zur Mitarbeit an einer „gerechteren und solidarischeren Welt“ zu beten und die Arbeit der internationalen Institutionen an einer „stabileren und gerechteren Weltordnung“ zu unterstützen. Nach dem Segen „urbi et orbi“ (Der Stadt Rom und dem Erdkreis) richtete der Papst wie in jedem Jahr seine Osterwünsche an die Welt - in 62 Sprachen, auch auf arabisch und auf hebräisch. Die Osterfeierlichkeiten auf dem Petersplatz in Rom fanden in diesem Jahr unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen statt. In Italien wurden Anschlagsrisiken befürchtet wegen der Beteiligung Italiens am Irak-Einsatz der Vereinigten Staaten.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Die Wahl der Ägypter

Von Wolfgang Günter Lerch

Die Ägypter haben sich in der ersten Runde der Präsidentenwahl für Kandidaten entschieden, die für Sicherheit stehen. Denn seit dem Sturz Mubaraks hat die öffentliche Ordnung im Land gelitten. Mehr