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Ostafrika Seit einem Jahrzehnt Schauplatz des Terrors

 ·  Mit der überraschenden Absage des Besuchs von Bundespräsident Johannes Rau in Dschibuti sind die Aktivitäten von Terroristen in Ostafrika erneut in die Schlagzeilen gekommen.

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Mit der überraschenden Absage des Besuchs von Bundespräsident Johannes Rau in Dschibuti sind die Aktivitäten von Terroristen in Ostafrika erneut in die Schlagzeilen gekommen. Nach Informationen deutscher Sicherheitsdienste sollte Rau bei seiner für Mittwoch geplanten Reise nach Dschibuti Ziel islamistischer Attentäter werden.

Mitte des Monats hatte bereits das Außenministerium in Washington amerikanische Bürger vor drohenden Anschlägen in Ländern wie Dschibuti, Eritrea, Äthiopien, Kenia, Madagaskar, Mauritius und Somalia gewarnt. Auch auf den Seychellen, den Komoren sowie in Tansania und Sudan seien Ziele der zivilen Luftfahrt sowie Seehäfen bedroht.

Neue Dimension

Die Warnungen vor Anschlägen haben damit eine neue Dimension erreicht, neu sind die Erkenntnisse über den islamistischen Terror in der Region aber nicht. Mitglieder von Al Qaida haben sich bereits 1994 in Nairobi und Mombasa niedergelassen und von dort Verbindungen in die gesamte Region geknüpft haben. Ihre Fähigkeit zu koordinierten Anschlägen stellte Al Qaida im August 1998 unter Beweis, als Bomben fast zeitgleich die amerikanischen Botschaften in Kenia und Tansania in Schutt und Asche legten. 224 Menschen starben.

Washington beschuldigte den Führer des Terror-Netzwerkes Usama bin Ladin bereits unmittelbar nach den Anschlägen als Drahtzieher. Ein „Kundschafter“ der Organisation, der amerikanische Staatsbürger Ali Mohamed, sagte im Oktober 2000 vor einem Gericht in New York aus, er habe für Bin Ladin mögliche Anschlagsziele in Afrika ausspioniert. Bin Ladin persönlich habe dann die amerikanische Botschaft in Kenia ausgewählt. Al-Qaida-Militärchef Mohammed Atef führte laut Washington das Kommando über die Angriffe.

Somalische Extremisten-Organisation

Im November 2002 schlugen die Islamisten erneut zu: Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Hotel im kenianischen Mombasa starben 18 Menschen, unter ihnen drei israelische Touristen und die drei Attentäter. Fast gleichzeitig verfehlten zwei Raketen ein mit 261 Menschen besetztes israelisches Charterflugzeug, das von Mombasa aus startete.

Die amerikanische Regierung vermutete die somalische Extremisten-Organisation Al-Ittihad al-Islami (AIAI) hinter den Anschlägen. Die Organisation wurde Anfang der Neunziger Jahre gegründet, um einen fundamentalistischen Staat in Somalia zu gründen. Laut einem Terrorismus-Bericht der amerikanischen Regierung steckten ihre etwa 2000 Mitglieder auch hinter einer Reihe von Bombenanschlägen in Addis Abbeba in den Jahren 1996 und 1997.

Die Verbindungen zwischen AIAI und Al Qaida sind nicht klar belegt, doch verwies Bin Laden nach Angaben des Pentagons selbst mehrfach auf Ausläufer seines Netzwerks nach Somalia. Die Extremisten profitieren besonders von der schwachen Staatsgewalt in dem Land am Horn von Afrika: Die Vereinten Nationen warnten in einem im November veröffentlichten Bericht, daß sich Extremisten in Somalia auf Grund der weitgehend unkontrollierten Grenzen ungestört mit Luftabwehrsystemen, Panzerabwehrwaffen und Sprengkörpern versorgten.

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