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Opec-Prozess Neun Jahre Haft für Klein

15.02.2001 ·  Der Ex-Terrorist Hans-Joachim Klein muss wegen seiner Beteiligung am Wiener Opec-Anschlag von 1975 für neun Jahre in Haft.

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Im Prozess um den Terroranschlag auf die OPEC-Konferenz in Wien ist der Ex-Terrorist Hans-Joachim Klein wegen dreifachen gemeinschaftlichen Mordes zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft legte Revision gegen die Entscheidung ein. Sie halte die Strafe für nicht angemessen, sagte ein Sprecher.

Das Frankfurter Landgericht rechnete dem 53-Jährigen einen Kronzeugenbonus an. Mit der Strafe wird auch ein Mordversuch und die Geiselnahme geahndet. In der Urteilsbegründung sprach das Gericht von einem „wirr motivierten“ Verbrechen.

Mitangeklagter Schindler freigesprochen

Der mitangeklagte Rudolf Schindler (58) wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Gegen ihn hat die Bundesanwaltschaft eine neue Anklage wegen Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung „Revolutionäre Zellen“ beim Berliner Kammergericht eingereicht.

Bei dem Terrorakt am 21. Dezember 1975 hatte das sechsköpfige Kommando unter dem Befehl des Top-Terroristen „Carlos“ die OPEC-Ölministerkonferenz in Wien überfallen und drei Menschen erschossen. Klein wird die Auslieferungshaft in Frankreich und seine Untersuchungshaft angerechnet.

Staatsanwalt wollte 14 Jahre

Mit seiner Entscheidung lag die 23. Strafkammer unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die für Klein 14 Jahre und für Schindler fünf Jahre Haft beantragt hatte. Kleins Verteidiger Eberhard Kempf sagte, sein Mandant habe bereits mit seinem 1979 erschienenen Buch „Rückkehr in die Menschlichkeit“ einen erheblichen Kronzeugenbeitrag geleistet. Er habe damals weitere Straftaten verhindert und junge Menschen mit der Schilderung eigener Erfahrungen davon abgehalten, in den Terrorismus abzutauchen, hatte Kempf in seinem Plädoyer gesagt.

Klein war im September 1998 nach 23 Jahren Flucht von Zielfahndern des Bundeskriminalamtes in Frankreich festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der Prozess hatte vor allem wegen der Zeugenaussage von Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) für Aufsehen gesorgt. Fischer kennt Klein aus der gemeinsamen Zeit in der Frankfurter Sponti-Szene der 70er Jahre.

Quelle: @ps, mit Material von dpa, AP
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