Von wegen „Dabei sein ist alles“, von wegen: olympischer Gedanke. Kaum haben die deutschen Athleten am Wochenende keine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille gewonnen, wird an ihnen herumgemäkelt und über den vermeintlichen „Fehlstart“ gewitzelt, über abgesoffene Schwimmer und aufs Kreuz gelegte Judokas.
Wer darüber nicht lachen kann, darf sich in allfälligen deutschen Untergangsphantasien ergehen, von Chinesen, die „uns“ abhängen, und Turkvölkern, die „uns“ auslachen. Sollte nach Gefährdung des „Triple A“ der Ratingagenturen nun auch noch die Dreifach Null drohen? Aber in London geht es nicht um die Rückeroberung der Exportweltmeisterschaft oder darum, wie Deutschland seinen Platz in der multipolaren Welt behauptet. Es geht um Sport (und noch nicht einmal richtig um Fußball).
Für den Athleten, der hart trainiert hat, ist die Niederlage bitter. Ein Volk aber kann genauso Größe aus einer Niederlage ziehen, lässig den Siegern gratulieren und sich in Würde auf Wichtigeres konzentrieren – etwa auf die Euro-Rettung. So schön Medaillen im Tontaubenschießen auch wären.
Staatencircus oder individuelle Leistungsvergleiche? Alles Lüge?
Karl Wilhelm Goebel (kwg1a)
- 31.07.2012, 11:24 Uhr
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Heinrich Schönemann (kleios56)
- 31.07.2012, 11:09 Uhr