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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Olympia 2018 in Pyeonchang Globalisierung Olympias

 ·  Es ist nicht der Weisheit letzter Schluss, Winterspiele in ein Land zu vergeben, das zwar Schnee und Eis kennt, in dem aber allenfalls Eiskunstlauf und eine Spielart des Eisschnelllaufs auf Publikumsinteresse stößt. Trotzdem: Die olympischen Bewerbungsverfahren sind ein Spiegel der globalen Realitäten.

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Globalisierung ist, so fühlen viele in Europa und Nordamerika, wenn sich die Verhältnisse, in denen man sich gemütlich eingerichtet hatte, negativ verändern. Dass Globalisierung auch gewaltige Chancen eröffnet, tritt hinter solchen Empfindungen oft zurück. Globale Sportwettbewerbe wie Olympische Spiele sind indentitätsstiftende Ereignisse, die die Schwierigkeiten eines Landes für einige Zeit vergessen machen können.

Der in globalen Verbänden organisierte Sport hat sich seit einiger Zeit auf die Fahnen geschrieben, diese positiven Erfahrungen möglichst allen auf der Welt zuteil werden zu lassen. Dass es dabei zu fragwürdigen oder gar skandalösen Entscheidungen gekommen ist, bestreiten nur noch die ganz Verbohrten unter den Sportfunktionären.

Am Grundsatz der Globalisierung - auch - im Sport ist nicht mehr zu rütteln. Und auch wenn sich in den klassischen Austragungsländern Olympischer Spiele Unmut darüber breitmacht, ist es auch gut so. Entscheidend für die globale Akzeptanz dieses Prozesses ist aber das Tempo, das eine Organisation wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) dabei anschlägt. Die als Vorwurf formulierte Feststellung, der private Verein IOC sei nichts anderes als eine Geldvermehrungsmaschine, ist weltfremd. Das IOC sollte freilich der Versuchung widerstehen, sich als globale Wohlfahrtseinrichtung zu stilisieren.

Den Südkoreanern sei ihr Sieg im dritten Anlauf gegönnt

Die Bewerbungsverfahren sind ein Spiegel der globalen Realitäten. Die Aufsteigernationen versuchen die Entscheider - meist ältere Herren ohne unmittelbare materielle Sorgen - mit der Aussicht auf „Erschließung neuer Märkte“ zu ködern und unterfüttern ihre Argumente finanziell komfortabel. Dem kann man entgegenhalten, dass auch Märkte Zeit zum Wachsen brauchen.

Es ist nicht der Weisheit letzter Schluss, Winterspiele in ein Land zu vergeben, das zwar Schnee und Eis kennt, in dem aber allenfalls Eiskunstlauf und eine besondere Spielart des Eisschnelllaufs auf nennenswertes Publikumsinteresse stößt. Diese an sich vernünftigen Argumente hat das IOC mit der Wahl Pyeongchangs ein weiteres Mal in den Wind geschlagen. Den Südkoreanern sei ihr Sieg im dritten Anlauf gegönnt. Ob sie es allerdings schaffen werden, „ihre“ Spiele im globalen Gedächtnis zu verankern, erscheint heute zweifelhaft. Aber sieben Jahre sind in der globalisierten Welt eine Ewigkeit.

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Jahrgang 1958, Redakteur in der Politik.

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