Home
http://www.faz.net/-gpf-6wy3h
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Olaf Glaeseker Wulffs Mann im Hintergrund

 ·  Als „siamesischer Zwilling“ Wulffs wurde sein Sprecher Olaf Glaeseker gern beschrieben. Doch erste Zeichen der Entfremdung gab es schon beim Wechsel nach Berlin. Glaeseker hatte gespürt, dass Wulffs zweite Frau zum Chefberater wurde.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (9)
© dpa Der ehemalige Sprecher von Bundespräsident Wulff, Olaf Glaeseker

Kaum ein anderer Regierungssprecher wird so einflussreich gewesen sein wie Olaf Glaeseker. Der Aufstieg von Christian Wulff vom eher farblosen Oppositionspolitiker zum Ministerpräsidenten und später zum Bundespräsidenten ist kaum denkbar ohne den früheren Journalisten, Jahrgang 1961, der die Nähe anderer suchte, von sich selbst dabei aber wenig zu erkennen gab. Wulff sagte früher über Glaeseker, dieser sei sein engster Berater.

„Spin Doctor“, „Einflüsterer“ und „siamesischer Zwilling“ Wulffs waren einige der Worte, mit denen Glaeseker auch beschrieben wurde. Der Oldenburger hat Sportwissenschaften in Köln studiert und dann für Regionalzeitungen, auch als politischer Korrespondent in Bonn, gearbeitet. 1999 wurde er Sprecher der niedersächsischen CDU und mit dem Wahlsieg Wulffs im Jahr 2003 Regierungssprecher in der Staatskanzlei, später im Amt eines Staatssekretärs. Als solcher war er Angestellter, nicht Beamter. Nebentätigkeiten habe Glaeseker sich weder in Hannover noch in Berlin genehmigen lassen, sagte am Donnerstag Niedersachsens Finanzminister Möllring (CDU).

Glaeseker gefiel sich stets eher in der Rolle eines Vermittlers im Hintergrund denn in der eines Sprechers im herkömmlichen Sinn. Er neigte zum Eigenbrötlerischen und zog hintergründige, auch manipulierende Gespräche dem klaren, öffentlichen Wort vor.

Dass sein von Wulff angebotener Wechsel in das Bundespräsidialamt für ihn nicht als selbstverständlich galt, wies schon auf erste Zeichen der Entfremdung zwischen beiden hin. Der stämmige ehemalige Mehrkämpfer hatte gespürt, dass Wulffs zweite Frau zunehmend zum Chefberater wurde und so sein Einfluss schwand, er auch nicht mehr alles wusste.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1949, politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

Jüngste Beiträge

Antiterrorkampf 2.0

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Obama möchte das Kapitel, das am 11. September 2001 begann, schließen. Mit dieser Absicht aber steht seine Verantwortung als Präsident und Oberbefehlshaber in einem Spannungsverhältnis, das schwer aufzulösen ist. Mehr 13 2