31.08.2010 · Am Flughafen in Amsterdam sind zwei Passagiere aus Amerika festgenommen worden, die möglicherweise einen Terroranschlag geprobt haben. Die mutmaßlich aus Jemen stammenden Männer sollen Bombenattrappen im Gepäck gehabt haben.
Auf dem Flughafen von Amsterdam sind zwei arabische Passagiere aus den Vereinigten Staaten auf Wunsch der amerikanischen Behörden unter Terrorverdacht festgenommen worden. Einem Pressebericht zufolge wurde einer der beiden wegen versuchter Brandstiftung und Vorbereitung eines Anschlags angeklagt. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dies zunächst nicht.
Von den nach Informationen der „New York Times“ aus dem Jemen stammenden Männern sei aber keine Gefahr für das Flugzeug ausgegangen, mit dem sie aus Chicago anreisten, sagte eine Sprecherin der niederländischen Behörde für Terrorismusbekämpfung (NCTB) am Dienstag.
„Gegenstände nicht per se gefährlich“
Dennoch werde die Sache sehr ernst genommen. Die Ermittler bräuchten allerdings für eine klare Einschätzung noch weitere Informationen ihrer amerikanischen Kollegen. Nach amerikanischen Medienangaben besteht der Verdacht, dass die Männer Möglichkeiten für spätere Terroranschläge auf Flugzeuge erkundet haben.
Der Amsterdamer Flughafen will die Scanner innerhalb der nächsten drei Wochen in Betrieb nehmen. Eine neue Software soll die sogenannten Nacktscanner diskreter machen.
Einer von ihnen habe zuvor bei einem Inlandsflug in den Vereinigten Staaten einen Koffer mit verdächtigen Gegenstände aufgegeben - darunter Messer sowie mehrere mit Packband zusammengeklebte Mobiltelefone und Uhren. Ein Handy sei mit einer Medikamentenflasche verdrahtet gewesen, berichtete der Sender „ABC News“ unter Berufung auf Sicherheitsexperten. Zudem habe der Mann 7000 Dollar in bar bei sich gehabt.
„Die Gegenstände wurden nicht per se als gefährlich betrachtet“, teilte das amerikanische Heimatschutzministerium mit. „Da wir aber Informationen an unsere internationalen Partner weitergeben, haben wir die niederländischen Behörden von den verdächtigen Gegenständen in Kenntnis gesetzt.“
Bombenattrappen im Gepäck
Auf dem Flug mit United Airlines von Chicago nach Amsterdam hätten die Verdächtigen jedoch keine verbotenen Gegenstände bei sich oder in ihrem Gepäck gehabt, sagte die NCTB-Sprecherin. Der Festnahme hätten sie sich nicht widersetzt. Sie wurden am Dienstag zunächst weiter vernommen.
Amerikanische Ermittler waren nach Angaben des TV-Senders ABC zu der Einschätzung gekommen, dass die Gegenstände im Koffer eines der Männer Bombenattrappen seien. Der Mann habe das zunächst nicht weiter beanstandete Gepäckstück später für einen Flug von Chicago nach Washington mit Anschluss nach Jemen aufgegeben. Er sei dann aber nicht in diese Maschine gestiegen, sondern habe zusammen mit dem anderen Mann den Direktflug von Chicago nach Amsterdam genommen. Der verdächtige Koffer wurde aus der anderen Maschine ausgeladen, ehe diese starten durfte. In dem Flugzeug seien auch Sicherheitsbeamte in Zivil, sogenannte Air Marshals, gewesen.
Eine Sprecherin der niederländischen Behörde für Terrorismus-Abwehr sagte, die Sicherheit sei zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen. Der Zwischenfall werde aber ernst genommen.