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Sonntag, 12. Februar 2012
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„Ökopartei“ CDU Fischen im Teich der Grünen

18.06.2008 ·  Ihre traditionelle Wählerschaft der CDU wird kleiner, die Zusammenarbeit mit den Liberalen garantiert schon längst keine Mehrheiten mehr. Die CDU erkennt, dass sie auf jene umweltbewussten, bürgerlichen Wähler angewiesen ist, die heute grün wählen.

Von Georg Paul Hefty
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Parteien sind träge Körper, die durch ständige Bewegung wachgehalten werden müssen. Erst vor einem halben Jahr hat die CDU die Beschäftigung mit dem neuen Grundsatzprogramm „Freiheit und Sicherheit“ abgeschlossen. Doch die Anregung durch den Spurt von Hannover ist längst verflogen, und die „Grundsätze für Deutschland“ sind schon fast vergessen.

So wurde es Zeit, eine neue Debatte zu eröffnen. Diesmal mit dem Titel „Bewahrung der Schöpfung: Klima-, Umwelt- und Verbraucherschutz“. Wer will, kann in den neuen 25 engbedruckten Seiten die Ergänzung zu den einschlägigen zehn lockeren Seiten im Grundsatzprogramm „Die Schöpfung und das Leben bewahren - für eine lebenswerte Umwelt“ erkennen.

Doch es geht nicht darum, die Feinheiten oder Unstimmigkeiten der beiden Dokumente herauszufinden oder zu werten, es geht - außer um Beschäftigung mit sich und der Zukunft - um die richtige Strategie zur Sicherung der Regierungsfähigkeit: Die traditionelle Wählerschaft der CDU nimmt ab, der Nachwuchs im herkömmlichen Milieu stagniert, die Zusammenarbeit mit den Liberalen garantiert keine Mehrheit.

Zweiter Anlauf - nicht ohne Pikanterie

Die CDU erkennt, dass sie auf jene Wähler angewiesen ist, die heute grün wählen. Diese kann sie auf zwei Wegen zu erreichen versuchen: Entweder wirbt sie mit großem Aufwand und ungewissem Ausgang um die Partei der Grünen - oder sie wendet sich unmittelbar an die umweltbewussten Bürger, noch bevor die für die Grünen gestimmt haben, und sichert sich deren Unterstützung.

Den zweiten Weg hat der CDU-Politiker Gruhl schon vor drei Jahrzehnten eröffnet. Doch seine Zeitgenossen in der Union verwehrten ihm die Chance, Erfolge zu erzielen, drängten ihn aus der Partei - und begründeten so ungewollt den Aufstieg der Grünen mit.

Nun versucht Ole von Beust einen zweiten Anlauf - nicht ohne Pikanterie, denn er könnte damit die grüne Partei herausfordern, auf die er jedoch noch jahrelang angewiesen sein wird, will er weiter in Hamburg regieren. Auch Roland Koch in Hessen wartet formal darauf, dass die Grünen zu einem „Jamaika“-Bündnis bereit sind, um Neuwahlen zu vermeiden. Trotzdem sollte die CDU das Problem ihrer unzureichenden Basis an den Wurzeln packen - und mit neuer Überzeugung um umweltbewusste Wähler werben. Zur Volkspartei gehören heute nicht nur Wirtschaft, Soziales und Sicherheit, sondern auch die Ökologie.

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