23.01.2009 · Kaum im Amt beschäftigt sich der neue amerikanische Präsident intensiv mit dem Nahen Osten. Obama hält sich dabei an alte diplomatische Fahrensleute. Erfordert ein „Neuanfang“ in der Region nicht auch neue Gesichter?
Von Wolfgang Günter LerchDer neue amerikanische Präsident Obama hat sich schon am ersten Tag im Amt intensiv mit dem Nahen Osten beschäftigt. Er telefonierte nicht nur mit dem israelischen Ministerpräsidenten Olmert und dem Präsidenten der Palästinenser, Abbas, sondern auch mit König Abdullah von Jordanien und Husni Mubarak, dem Staatschef Ägyptens.
George Mitchell soll sein Nahost-Sondergesandter werden; Dennis Ross ist als Beauftragter für Iran vorgesehen, Richard Holbrooke für Pakistan und Afghanistan.
Dass Obama alte diplomatische Fahrensleute auswählt, ist von manchen schon kritisiert worden. Man kann tatsächlich fragen, ob der vom Präsidenten geplante "Neuanfang" in der Region nicht auch neue Männer oder Frauen erforderte, getreu der alten Weisheit, dass man mit neuen Besen besser kehrt als mit alten.
Andererseits gilt gerade für die so schwierigen nahöstlichen Verhältnisse, dass Erfahrungen ein unschätzbarer Vorteil sind. Neue Leute müssten sich erst einmal in Verhältnisse einfinden, die den Erfahrenen schon lange vertraut sind. Das kostet Zeit, auch auf der Seite der nahöstlichen Gesprächspartner.
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