Home
http://www.faz.net/-gpf-16pjz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Obama und die Ölpest Noch ein Krieg

16.06.2010 ·  Die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko veranlasst den amerikanischen Präsidenten zu einer martialischen Rede an die Nation. Vagheit und „Kriegsappelle“ reichen aber nicht aus. Nun muss Obama auch darlegen, wie er seine energiepolitischen Ziele erreichen will.

Von Klaus-Dieter Frankenberger
Artikel Video (1) Lesermeinungen (2)

Der amerikanische Präsident Obama führt nicht nur Krieg in Afghanistan und im Irak - dort Gott sei Dank mit geringer werdender Intensität -, sondern führt nun auch Krieg gegen die Ölpest. Es war eine ziemlich martialische Rede an die Nation, zu der sich Obama gezwungen sah, weil die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko eine immer größere politische Gefahr für ihn darstellt.

Es reicht nicht, den Betreiber der untergegangenen Ölplattform, BP, an den Pranger der allgemeinen Wut zu stellen. Das Scheitern aller Versuche, der Katastrophe Herr zu werden, wird auch dem Präsidenten angelastet. So ist das nun mal im Land, dessen Präsident (angeblich) der mächtigste Mann der Welt ist.

Obama betreibt also zum einen Schadensbegrenzung in mehrfacher Hinsicht, zum anderen nimmt er die Katastrophe als Argument für seine vernünftigen energiepolitischen Ziele.

Doch die „Sucht“ der Amerikaner nach fossilen Brennstoffen beklagte schon sein Vorgänger - geändert hat das nichts. Obama muss von der rhetorischen Kommandohöhe herabsteigen und darlegen, wie er Amerika wirklich umbauen will. Vagheit und „Kriegsappelle“ reichen nicht.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

Jüngste Beiträge

Die Wahl der Ägypter

Von Wolfgang Günter Lerch

Die Ägypter haben sich in der ersten Runde der Präsidentenwahl für Kandidaten entschieden, die für Sicherheit stehen. Denn seit dem Sturz Mubaraks hat die öffentliche Ordnung im Land gelitten. Mehr