16.06.2010 · Die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko veranlasst den amerikanischen Präsidenten zu einer martialischen Rede an die Nation. Vagheit und „Kriegsappelle“ reichen aber nicht aus. Nun muss Obama auch darlegen, wie er seine energiepolitischen Ziele erreichen will.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerDer amerikanische Präsident Obama führt nicht nur Krieg in Afghanistan und im Irak - dort Gott sei Dank mit geringer werdender Intensität -, sondern führt nun auch Krieg gegen die Ölpest. Es war eine ziemlich martialische Rede an die Nation, zu der sich Obama gezwungen sah, weil die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko eine immer größere politische Gefahr für ihn darstellt.
Es reicht nicht, den Betreiber der untergegangenen Ölplattform, BP, an den Pranger der allgemeinen Wut zu stellen. Das Scheitern aller Versuche, der Katastrophe Herr zu werden, wird auch dem Präsidenten angelastet. So ist das nun mal im Land, dessen Präsident (angeblich) der mächtigste Mann der Welt ist.
Obama betreibt also zum einen Schadensbegrenzung in mehrfacher Hinsicht, zum anderen nimmt er die Katastrophe als Argument für seine vernünftigen energiepolitischen Ziele.
Doch die „Sucht“ der Amerikaner nach fossilen Brennstoffen beklagte schon sein Vorgänger - geändert hat das nichts. Obama muss von der rhetorischen Kommandohöhe herabsteigen und darlegen, wie er Amerika wirklich umbauen will. Vagheit und „Kriegsappelle“ reichen nicht.
Yes we can und nicht yes we deliver ist sein Motto
Horst Trummler (Vandale6906)
- 16.06.2010, 21:25 Uhr
Obama als Lehrmeister?
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)
- 17.06.2010, 00:02 Uhr
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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