http://www.faz.net/-gpf-786t0

NSU-Prozess : Türkei nimmt mit offiziellem Vertreter teil

  • Aktualisiert am

Avni Karslioglu Bild: dpa

Ankara will zum Prozess gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Unterstützer der Terrorgruppe NSU nun doch offizielle Regierungsvertreter entsenden. Das kündigte Avni Karslioglu, türkischer Botschafter in Deutschland an.

          Die Türkei wird beim Prozess um die Mordserie der Neonazi-Gruppe NSU nun doch mit einem offiziellen Vertreter im Gerichtssaal dabei sein. Dies kündigte der türkische Botschafter in Deutschland, Avni Karslioglu, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) an. „In Deutschland hat eine Terrorzelle aus Neonazis eine grausame Mordserie begangen, und die Opfer waren fast alle Türken“, sagte der Diplomat. „Als Botschafter ist es meine Pflicht, die Hinterbliebenen zu begleiten.“ Später sollen andere türkische Regierungsvertreter den Prozess verfolgen.

          Karslioglu sagte, beim Auftakt vor dem Münchner Oberlandesgericht am 17. April werde er auf jeden Fall persönlich anwesend sein. „Wenn ich im späteren Verlauf nicht dort sein kann, wird der Generalkonsul oder ein Vertreter des Konsulats den Prozess verfolgen.“ Die bayerische Justiz hatte der türkischen Regierung bislang keinen dauerhaften Platz garantiert, was für erhebliche Verärgerung sorgte. Der NSU-Mordserie fielen insgesamt zehn Menschen zum Opfer, darunter acht Türken.

          Quelle: DPA

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          F.A.Z. exklusiv : Forcadell: Europa kann nicht mehr wegsehen!

          Die Präsidentin des katalanischen Parlaments kritisiert die Untätigkeit der EU im Katalonien-Konflikt. Diese ignoriere eine „offensichtliche Verletzung von Grundrechten in einem ihrer Mitgliedstaaten“, schreibt Carme Forcadell in einem Gastbeitrag für die F.A.Z. In Spanien gebe es wieder politische Gefangene.
          Am 20. März 2012 herrschten an der Ozar-Hatorah-Schule in Toulouse Trauer und Fassungslosigkeit. An diesem Tag wurden die Leichen von drei Schülerinnen und eines Lehrers überführt, die der Islamist Mohamed Merah mit Kopfschüssen ermordet hatte. Ihre letzte Ruhe fanden die Opfer in Israel. In Frankreich scheint das vergessen.

          Judenhass in Frankreich : Die Täter machen es wie die Nazis

          Verbrechen an Juden werden totgeschwiegen – und in der Banlieue grassiert der islamische Antisemitismus: Die feministische Philosophin Elisabeth Badinter klagt Frankreichs Medien und Politik an.
          Turbinenherstellung von Siemens in Berlin.

          F.A.Z. exklusiv : Siemens schließt Standorte in größter Konzernsparte

          Die Nachfrage nach Kraftwerken ist wegen der Energiewende fast um die Hälfte gesunken. Siemens hat dafür zu viele Werke und muss mit drastischen Maßnahmen reagieren. Tausende Stellen sind betroffen.

          Streit bei den Republikanern : Bannons Krieg gegen die eigene Partei

          Trumps ehemaliger Chefstratege Bannon nimmt dessen Versprechen, in Washington „den Sumpf trockenzulegen“, ernst. Dafür will er moderate Republikaner aus dem Kongress werfen und durch Ultrarechte ersetzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.