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NSU-Prozess : Mediengruppe Madsack überlässt einen Presseplatz der F.A.Z.

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Die F.A.Z. wird nun doch aus erster Hand vom NSU-Prozess berichten können Bild: REUTERS

Die zur Mediengruppe Madsack gehörende Tageszeitung „Oberhessische Presse“ in Marburg überlässt den ihr zugelosten Presseplatz beim NSU-Prozess der F.A.Z..

          Die zur Mediengruppe Madsack gehörende Tageszeitung „Oberhessische Presse“ in Marburg überlässt den ihr zugelosten Presseplatz für den NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht in München der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der bei der Vergabe der Platzkarten im Losverfahren kein fester Platz zugefallen war. Die Mediengruppe Madsack war hingegen mit der „Oberhessischen Presse“ und den „Lübecker Nachrichten“ vertreten.

          Da die Berichterstattung vom Prozess über einen Austausch für alle Madsack-Titel sichergestellt ist, hat sich die Mediengruppe zur Übertragung des Platzes entschieden. Die F.A.Z. wird dank dieser Überlassung nun wie gewohnt aus erster Hand über den Prozess berichten können.

          Unterdessen wurde bei einer Nachverlosung am Donnerstag dem freien Journalisten Oliver Renn ein Presseplatz zugestanden. Die Nachlosung war notwendig geworden, nachdem der vom Gericht beauftragte Notar das Los eines WDR-Mitarbeiters zog, obwohl dieser seinen Antrag auf Akkreditierung zurückgezogen hatte. Das Oberlandesgericht München weigerte sich nach Bekanntwerden des Fehlers derweil, der F.A.Z. eine Liste aller 324 Lose zur Verfügung zu stellen.

          Eine weitere Verfassungsbeschwerde gegen die Vergabe der Presseplätze hatte das Bundesverfassungsgericht am Donnerstag zuvor abgelehnt. Der freie Journalist Martin Lejeune hatte den Erlass einer einstweiligen Anordnung beantragt, weil er durch die Wiederholung des Akkreditierungsverfahrens seinen zuvor zugesagten Presseplatz verloren hatte. Das Bundesverfassungsgericht bezeichnete die Beschwerde als unbegründet, weil die Grundrechte des Antragstellers nicht verletzt worden seien.

          Lejeune zeigte sich über die schnelle Ablehnung seines Antrags auf einstweilige Anordnung enttäuscht. Die Unprofessionalität, mit welcher das OLG München die Vergabe der Presseplätze handhabe, sei empörend, sagte er der F.A.Z. „Ich habe auch für andere geklagt, die schon einen Platz gehabt hätten“, so Lejeune. „Bei der zweiten Vergabe der Presseplätze wurde gepfuscht, es war unprofessionell. Dass das durchgewunken wird, überrascht mich doch.“ Die Entscheidung, so Lejeune weiter, sei keine gute Entscheidung für die Pressefreiheit, insbesondere nicht für freie Journalisten, Online-Journalisten und Blogger.

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