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Bundesanwaltschaft im NSU-Prozess : Ankläger aus Karlsruhe

Eingang zum Prozess: Ein Zelt vor dem Strafjustizzentrum in München Bild: dpa

Die Anklage gegen Beate Zschäpe umfasst 488 Seiten. Rund 600 Zeugen sind für den Prozess benannt. Die Bundesanwaltschaft glaubt, damit die Mittäterschaft Zschäpes beweisen zu können.

          Im Gegensatz zu den Verteidigern von Beate Zschäpe sehen die Sitzungsvertreter des Generalbundesanwaltes die Anklage durch das Ermittlungsergebnis ausreichend gestützt. Es sei die Gesamtschau, das Zusammenspiel vieler einzelner Indizien über Jahre hinweg, durch die eine Mittäterschaft von Beate Zschäpe bewiesen werden könne, sagen sie.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Im Prozess werden mehrere Sitzungsvertreter eingebunden sein. Unter ihnen werden der Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof Herbert Diemer sowie die Oberstaatsanwälte Anette Greger und Jochen Weingarten sein. Rund 600 Zeugen hat die Bundesanwaltschaft für den Prozess gegen Beate Zschäpe und die vier weiteren Angeklagten benannt.

          Die Anklage des Generalbundesanwaltes umfasst 488 Seiten und stützt sich auf mehr als 280.000 Seiten Ermittlungsakten. Die Sitzungsvertreter des Generalbundesanwaltes ermitteln seit Jahren gegen Extremisten, die politisch motivierte Gewalttaten verüben.

          Bundesanwalt Herbert Diemer

          Herbert Diemer hat die Ermittlungen im Zusammenhang mit der rechtsextremistischen Terrorgruppe NSU geleitet. Rund zehn Staatsanwälte waren mit den Ermittlungen gegen die Vereinigung befasst.

          Herbert Diemer ist seit 25 Jahren für den Generalbundesanwalt tätig, seit 2004 leitet er ein Ermittlungsreferat in der Abteilung Terrorismus, das sich schwerpunktmäßig mit der Verfolgung von Straftaten aus dem links- und rechtsextremistischen Spektrum befasst.

          Unter seiner Verantwortung wurden unter anderem das Strafverfahren gegen die linksradikale „Militante Gruppe“ (MG) sowie den radikal-islamistischen Attentäter, der am Frankfurter Flughafen zwei amerikanische Soldaten ermordete, geführt.

          Oberstaatsanwalt Anette Greger

          Anette Greger führte die Ermittlungen gegen die Angeklagte Beate Zschäpe. Zudem verantwortete sie die Ermittlungen, in der die Struktur der Terrorgruppe und deren Unterstützer untersucht wurden.

          Seit 2007 arbeitet die Oberstaatsanwältin für die Bundesanwaltschaft. Sie war eine der Anklagevertreter der Bundesanwaltschaft im Prozess gegen MG-Mitglieder vor dem Kammergericht in Berlin.

          Bevor sie für den Generalbundesanwalt arbeitete, ermittelte sie als Staatsanwältin in Weiden und Regensburg in Tötungsdelikten und verfolgte Straftaten der Organisierten Kriminalität.

          Oberstaatsanwalt Jochen Weingarten

          Jochen Weingarten führte die Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Gehilfen, die dem NSU die Ceska-Pistole beschafft haben sollen. Diese Waffe ist nach dem Ermittlungsergebnis bei neun der zehn Morde verwendet worden.

          Seit 2004 arbeitet Jochen Weingarten bei der Bundesanwaltschaft. Er ermittelte gegen den islamistischen Attentäter vom Frankfurter Flughafen und war einer der Sitzungsvertreter des Generalbundesanwalts in der Hauptverhandlung vor dem Oberlandesgericht Frankfurt.

          Begonnen hat Weingarten seine berufliche Laufbahn 1997 als Staatsanwalt in Bonn. Dort war er Dezernent für Tötungsdelikte und organisierte Betäubungsmittelstraftaten.

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