Die Sitzung des NSU-Untersuchungsausschusses hat außer einem schwerwiegenden Verfall für das Ansehen des Verfassungsschutzes, wie ihn Heinz Fromm bedauerte, nichts gebracht. Das war auch nicht anders zu erwarten.
Vor Fromm wurde der Beamte befragt, der Akten zur „Operation Rennsteig“ vernichten ließ. Mehr als ohnehin bekannt ist, durfte man von ihm nicht erwarten, weil er sich nicht selbst belasten will. Fromm wiederum gab noch einmal preis, warum er sich in den vorzeitigen Ruhestand versetzen ließ: Er weiß nichts.
Warum aber der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz sich nicht erklären kann, warum ein Referatsleiter Akten vernichten ließ, ist wiederum erklärungsbedürftig. Fromm deutete an, dass es Absicht gewesen sein könne oder auch Ahnungslosigkeit.
Ob so viel Ahnungslosigkeit sein kann, wird nun der Sonderermittler Engelke aus dem Innenministerium herausfinden müssen, das den Verfassungsschutz beaufsichtigt. Minister Friedrich hat das angeordnet, sicherlich auch deshalb, um nicht eines Tages selbst in Erklärungsnot zu geraten und so dazustehen wie Heinz Fromm.
Irrtümer geschreddert?
Carsten Berg (Carberg)
- 07.07.2012, 11:09 Uhr