NSA-Untersuchungsausschuss: Binney spricht von „totalitärem“ Ansatz - Politik - FAZ
http://www.faz.net/-gpf-7r6lt

NSA-Untersuchungsausschuss : Binney spricht von „totalitärem“ Ansatz

  • Aktualisiert am

Unter großer Medienbeobachtung: Der ehemalige technische Direktor der NSA, William Binney, vor seiner Zeugenaussage vor dem NSA-Untersuchungsausschuss Bild: dpa

Der langjährige Mitarbeiter des amerikanischen Geheimdienstes William Binney wirft der NSA ein Verhalten wie in Diktaturen vor. Ziel sei es, die Daten „aller sieben Milliarden Menschen“ auf der Erde zu sammeln.

          Der langjährige Mitarbeiter des amerikanischen Geheimdienstes NSA William Binney hat der Behörde einen „totalitären Ansatz“ vorgeworfen. Binney, der im Oktober 2001 aus den Diensten der NSA ausgeschieden war, sagte am Donnerstag als Zeuge vor dem NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestages aus. Er schilderte, wie die Vereinigten Staaten Ende der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts die technischen Möglichkeiten entwickelt hätten, aus Glasfaserkabeln massenhaft Daten heraus zu lesen.

          Seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 nutze der amerikanische Geheimdienst diese Möglichkeiten. Ziel sei es, die Daten „aller sieben Milliarden Menschen“ auf der Erde zu sammeln. Auch die amerikanische Gesellschaft werde systematisch abgehört, wobei eine „komplette Unterminierung des gesamten Rechtssystems“ in Kauf genommen werde. Auch Steuerbehörden hätten Zugang zu den Daten der NSA. Ein Verhalten wie das des Nachrichtendienstes kenne man sonst nur aus Diktaturen.

          William Binney: Es wird systematisch abgehört

          Vor der Befragung Binneys hatte es Berichte gegeben, dass ein Student aus Erlangen, der sich mit der Verschlüsselung und Anonymisierung von Daten im Internet beschäftige, von der NSA ausspioniert worden sei. Binney bezeichnete das als plausibel. Der Obmann der SPD im Untersuchungsausschuss, Christian Flisek, forderte Ermittlungen der Bundesanwaltschaft wegen der Massenüberwachung deutscher Bürger.

          Weitere Themen

          Deutsch-amerikanische Satellitenmission Video-Seite öffnen

          Erfolgreicher Start : Deutsch-amerikanische Satellitenmission

          Mit den Satelliten können die Experten das Gravitationsfeld der Erde genauer untersuchen, außerdem „präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt wie Verlust von Eismassen, Meeresströmungen und Veränderungen des Grundwassers“ gemacht werden.

          Topmeldungen

          Italiens neue Regierung : Unterwegs zur Dritten Republik

          Die Mehrheit der Italiener hat keine Ahnung, wer der neue Ministerpräsident Giuseppe Conte ist. Der hat sich aber gleich zum Verteidiger des Volkes aufgeschwungen.

          WM-Vorbereitung : Boateng denkt an Abschied von den Bayern

          Der Nationalspieler kämpft noch darum, rechtzeitig zur WM wieder fit zu werden. Wann er zum DFB-Team stößt, ist unsicher. Gleiches gilt für die Zukunft beim FC Bayern. Boateng verrät auch, wohin es ihn ziehen könnte.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.