http://www.faz.net/-gpf-7izzf

NSA-Überwachung : Kerry: Überwachung ging zu weit

  • Aktualisiert am

Amerikas Außenminister John Kerry Bild: AFP

Amerikas Außenminister Kerry hat eingestanden, es bei der Spionage gelegentlich zu übertreiben. Einiges laufe „per Autopilot“ an der Regierung vorbei und müsse geändert werden. Doch hätten die NSA-Programme mehrfach Terrorschläge verhindert.

          Amerikas Außenminister John Kerry hat eingestanden, dass die amerikanischen Überwachungsaktivitäten manchmal zu weit gegangen sind. Kerry sagte am Donnerstag per Videozuschaltung bei einer Konferenz in London, gewisse Praktiken seien automatisch gelaufen und hohe Beamte der Regierung hätten nichts davon gewusst. „Der Präsident und ich haben von einigen Dingen erfahren, die in vielerlei Hinsicht per Autopilot geschehen sind, weil die Technologie und Fähigkeit da sind“, sagte Kerry laut einer vom Außenministerium verbreiteten Mitschrift.

          Kerry versprach, dass die Überwachungspraxis gründlich überprüft werde und einige Aktivitäten ganz eingestellt würden. „In einigen Fällen sind diese Aktionen zu weit gegangen und wir sind dabei zu versuchen sicherzustellen, dass es künftig nicht mehr passiert.“ Das Vertrauen müsse wiederhergestellt werden, meinte der amerikanische Chefdiplomat. In einigen Fällen sei versucht worden, Informationen auf unangebrachte Weise zu sammeln. „Der Präsident unternehme jetzt eine gründliche Überprüfung, damit niemand das Gefühl von Missbrauch haben wird.“

          Zugleich betonte der Amerikaner aber, dass es bei den Berichten über den Geheimdienst NSA eine riesige Menge an Übertreibung und falschen Berichten über das Ausmaß der Überwachungsprogramme gegeben habe. Ferner rechtfertigte er die Geheimdienstarbeit als Notwendigkeit zur Terrorismusbekämpfung. „Wir haben tatsächlich verhindert, dass Flugzeuge runterkommen, Gebäude in die Luft gesprengt und Menschen ermordet werden, weil wir in der Lage waren, frühzeitig über die Pläne Bescheid zu wissen“, sagte er.

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          Die unbeliebte Steuerreform

          Trumponomics : Die unbeliebte Steuerreform

          Donald Trump will Amerika mittels Steuerreform wieder groß machen. Die Amerikaner glauben aber nicht an die versprochenen positiven Effekte.

          Erdogan: „Jerusalem ist Hauptstadt Palästinas“ Video-Seite öffnen

          Reaktion auf Trump : Erdogan: „Jerusalem ist Hauptstadt Palästinas“

          Auf einem islamischen Gipfel hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Palästinas aufgerufen. Die islamischen Staaten sind sich in dieser Frage allerdings uneinig. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprach Amerika jede Vermittlerrolle im Nahostkonflikt ab.

          Für Otto Normalheizer Video-Seite öffnen

          Ski im Vergleichstest : Für Otto Normalheizer

          Früher Morgen, knirschend frische Piste: Da jodelt der Racecarver. Das ist Supersport unterhalb des Materials für den Rennsport. Ein Blick auf einige neue Modelle.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Flüchtlinge in Europa : Wo Tusk recht hat

          Es besteht Einigkeit, dass die EU-Außengrenzen besser geschützt werden sollen. Was spricht dagegen, dass Länder, die keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, sich dabei stärker engagieren? Ein Kommentar.

          Kryptowährung : Bulgarien ist Bitcoin-Großbesitzer

          Bulgarien besitzt Bitcoin im Wert von fast drei Milliarden Euro. Damit könnte das Land fast 20 Prozent seiner Staatsschulden bezahlen. Es gibt nur einen Haken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.