Home
http://www.faz.net/-gpf-7baej
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

NSA-Abhöraffäre Russland bestätigt Asylantrag Snowdens

„Whistleblower“ Edward Snowden ersucht nun tatsächlich politisches Asyl in Russland. Die Migrationsbehörde in Moskau hat offiziell den Eingang eines Asylantrag des Amerikaners bestätigt. Russlands Präsident Putin wirft Washington vor, Snowden „auf unserem Territorium blockiert“ zu haben.

© picture alliance / Photoshot Edward Snowden will in Russland bleiben - zumindest vorerst

Der von den Vereinigten Staaten zur Fahndung ausgeschriebene IT-Fachmann Edward Snowden hat nun offiziell um vorläufiges politisches Asyl in Russland ersucht. Dies teilte sein Anwalt am Dienstag mit. Die russische Migrationsbehörde hat den Asylantrag inzwischen erhalten. Das meldete die Agentur Itar-Tass unter Berufung auf Behördenchef Konstantin Romodanowski am Dienstag. Es ist die erste offizielle Bestätigung, dass der Amerikaner tatsächlich den Flüchtlingsstatus beantragt hat.

Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Snowden hat umfangreiche Überwachungsprogramme der Vereinigten Staaten und Großbritanniens enthüllt.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuvor den Vereinigten Staaten die Schuld an der festgefahrenen Lage Snowdens gegeben. „Sie haben alle anderen Länder so in Angst versetzt, dass ihn niemand möchte. Und auf diese Weise haben sie ihn auf unserem Territorium blockiert“, sagte Putin am Montag vor Studenten im Leningrader Gebiet. Auf der Flucht vor Amerika sei Snowden „ohne Einladung“ auf dem Flughafen in Moskau gelandet.

© reuters Putin hofft auf baldige Abreise von Edward Snowden aus Moskau

Snowden hält sich vorerst weiter immer im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo auf. Er hatte angekündigt vorübergehend Asyl in Russland zu, bei Gelegenheit aber nach Lateinamerika weiterreisen zu wollen. Snowden hat in etwa 20 Staaten um Asyl gebeten. Neben Bolivien haben sich auch Venezuela und Nicaragua bereiterklärt, ihn aufzunehmen. Der IT-Spezialist Snowden hatte Spähprogramme des amerikanischen und des britischen Geheimdienstes enthüllt.

Spanien entschuldigt sich bei Boliviens Präsident

Unterdessen hat sich Spanien bei Boliviens Präsident Evo Morales für Verzögerungen seines Fluges wegen der Suche nach dem früheren amerikanischen Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden um Entschuldigung gebeten. Der Vorgang sei nicht angemessen gewesen und habe Morales in eine schwierige Lage gebracht, sagte der spanische Botschafter in Bolivien, Angel Vazquez, am Montag.

Evo Morales, Heinz Fischer © AP Vergrößern Unfreiwilliger Staatsbesuch: Boliviens Präsident Evo Morales und der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer am 3. Juli am Flughafen in Wien

Bolivien hatte Spanien und andere Länder beschuldigt, Morales die Überflugerlaubnis verweigert zu haben. Deswegen musste das Flugzeug am 3. Juli in Wien zwischenlanden. Der Fall löste einen diplomatischen Eklat zwischen Spanien und Bolivien aus.

Mehr zum Thema

Quelle: FAZ.NET

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Geheimdienste Wer steckt hinter den NSA-Enthüllungen?

Die vielen Enthüllungen über CIA und NSA belasten das europäisch-amerikanische Verhältnis. Wenn dies eine gezielte Geheimdienstoperation sein sollte, ist sie meisterhaft gebaut. Ein Gastbeitrag. Mehr Von Sandro Gaycken

16.07.2015, 16:26 Uhr | Politik
Russisches Exil Snowden würde für fairen Prozess nach Amerika gehen

Edward Snowden hat sich von seinem Exil in Russland mal wieder öffentlich zu Wort gemeldet: Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter sagte in einem Fern-Gespräch mit Journalisten aus Kanada, er würde sehr gerne nach Amerika zurückkehren, wenn er einen fairen Prozess erwarten könnte. Mehr

09.03.2015, 14:53 Uhr | Politik
Atom-Eisbrecherflotte Russland ändert seine Marine-Doktrin

Russlands Präsident Putin hat die Änderung der Marine-Doktrin bestätigt. Wichtige Akzente sollen nun auf der Arktis, dem Atlantik und der Krim liegen, teilte der Kreml mit. Außerdem strebe man mit einem Nachbarstaat freundschaftliche Beziehungen an. Mehr

26.07.2015, 22:22 Uhr | Politik
Anbindung an Gaspipeline Russland und Griechenland wollen Handel ausweiten

Russland und Griechenland wollen wirtschaftlich enger zusammenarbeiten. Das haben Russlands Präsident Wladimir Putin und der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras in Moskau beschlossen. Demnach soll Griechenland durch die Anbindung an die Gaspipeline durch die Türkei zu einem Gasknotenpunkt in Südeuropa werden. Mehr

19.04.2015, 09:00 Uhr | Politik
Atomabkommen mit Iran Obama bedankt sich bei Putin

Für die wichtige Rolle, die der russische Präsident Putin in den Atom-Verhandlungen mit Iran spielte, hat sich der amerikanische Präsident Obama jetzt persönlich bedankt. Mehr

16.07.2015, 08:28 Uhr | Politik

Veröffentlicht: 16.07.2013, 14:59 Uhr

Kein Rittersmann und kein Knapp

Von Berthold Kohler

Viele SPD-Mitglieder sind der Meinung, es gebe in der Partei bessere Kanzlerkandidaten als Gabriel. Wer aber sollte das sein? Mehr 3 3

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden