27.07.2011 · Norwegen will dem Doppelanschlag mit großer Offenheit begegnen. Doch was geschieht, wenn der Polizei Fehler nachgewiesen werden? Für politische Zuversicht ist es zu früh.
Von Georg Paul HeftyRichtlinien für Lesermeinungen
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"...dann wird die politische Hoffnung, mehr Offenheit führe zu einem sichereren Alltag, dahinschmelzen.", schreibt Herr Hefty.
Niemand hat je gehofft oder behauptet, dass Offenheit dazu da ist, zu einem sichereren Alltag zu führen. Es geht um Bewahrung bürgerlicher Freiheit, die Vermeidung eines zu starken Überwachungsstaates und darum, sich als gesamtes Volk nicht von der Terrorbedrohung beirren zu lassen, wenn es um den Umgang miteinander geht. Es wird sowieso nie eine absolute Sicherheit vor Terror geben.
Wie die Norweger reagiert haben, empfinde ich insofern als absolut bewundernswert. Ob man sich in Sachfragen in der polizeilichen Bereitschaft verbessern muss, steht als Fragestellung für die Zukunft an. Aber Schuld und Versäumnisse bei dem Doppelanschlag sind reine Spekulation, man kann nicht auf Ereignisse eingestellt sein, die es noch nie gab.
Was ist die norwegische Offenheit?
Ich war soeben im hohen Norden Norwegens. Sinnbild der Offenheit Norwegens für mich ist, dass in den Supermärkten die Einkaufswagen immer noch ohne Pfandmünzen funktionieren, dass Rollatoren unabgeschlossen vor der Haustüre stehen, dass man sein Zelt fast überall aufstellen kann ohne fragen zu müssen, Busfahrer, die dem Fremden extra sagen, dass ihre Bushaltestelle erreicht worden ist.
Diese Offenheit dürfte ein Ergebnis eines Lebensraumes sein, indem Menschen sehr weit entfernt wohnen und auf gegenseitige Hilfe und Verlässlichkeit angewiesen waren. Vielleicht reagieren die Norweger deswegen so anders als die Deutschen, weil sie ahnen, dass Überwachung und Misstrauen ihrem Leben mehr schaden als nutzen. Denn diese würden die Bewegungsfreiheit und positive Lebensart in dem Land auf eine Art einschränken, die wir uns schwer vorstellen können.
Weiter vergisst der Kommentator eine Unterscheidung zu treffen, war das System grundsätzlich mangelhaft oder hat das System in dem Moment tragischerweise versagt. Aus dem Fehler, dass die Hubschraubermannschaft im Urlaub war, folgt kein Systemwechsel, sondern nur eine Änderung im Erstellen der Urlaubspläne.