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Nordkorea-Krise : Frechheit siegt

China hat - wieder einmal - sein Bedauern darüber ausgedrückt, was Nordkorea derzeit mit seinen Nachbarn in nah und fern veranstaltet. Das Problem ist nur, dass operativ aus Chinas Bedauern wohl nichts folgen wird.

          China hat - wieder einmal - sein Bedauern darüber ausgedrückt, was Nordkorea derzeit mit seinen Nachbarn in nah und fern veranstaltet. Man kann sicher sein, dass damit die Empfindungen innerhalb der Führung sehr zurückhaltend ausgedrückt werden. China, das oft als letzter Verbündeter Pjöngjangs bezeichnet wird, gehen die Nordkoreaner einfach nur noch auf die Nerven. Das Problem ist nur, dass operativ aus Chinas Bedauern wohl nichts folgen wird.

          Ein unbotmäßiger „Verbündeter“ an seiner Grenze ist Peking allemal lieber als ein friedliches Land im Bündnis mit den Vereinigten Staaten. Diese Konstellation verringert den Einfluss Chinas auf die nordkoreanische Führung. Entsprechend hilflos wirkt auch der Appell Pekings an alle Konfliktparteien, den (von Nordkorea inszenierten) Streit durch Dialog beizulegen. Die Zurückhaltung gegenüber Nordkorea ist nicht als Freibrief für Pjöngjang zu interpretieren. Solange Kim Jong-un und die Seinen aber nach dem Motto „Frechheit siegt“ unterhalb der Schwelle zum Krieg handeln, können sie sicher sein, dass ihnen nichts Gravierendes geschehen wird.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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