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Korea-Krise : China dringt auf Gespräche zwischen Washington und Pjöngjang

  • Aktualisiert am

„Wollen Amerika nicht ersetzen“: Chinas Außenminister Wang Yi Bild: AFP

Alle Parteien im Korea-Konflikt müssten „konzertierte Bemühungen“ unternehmen, um zu positiven Ergebnissen zu kommen, sagt Chinas Außenminister. Angst vor Pekings Ambitionen kann er nicht verstehen.

          China hat die Vereinigten Staaten und Nordkorea aufgefordert, so bald wie möglich Gespräche aufzunehmen. „Wir rufen die Parteien auf, vor allem die Vereinigten Staaten und die Demokratische Volksrepublik Korea, eher früher als später einen Dialog aufzunehmen“, sagte der chinesische Außenminister Wang Yi am Donnerstag in Peking. Er begrüßte das von Seoul übermittelte Angebot Nordkoreas, im Gegenzug für Sicherheitsgarantien mit den Vereinigten Staaten über eine Denuklearisierung zu sprechen. „Das Thema der koreanischen Halbinsel hat endlich einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung genommen“, sagte Wang vor Journalisten. Diesen ersten Schritten müssten nun „entsprechende und konzertierte Bemühungen der Parteien“ folgen.

          Gleichzeitig versuchte Wang klar zu machen, dass China sich nicht in Konkurrenz zu Amerika sehe oder gar danach strebe, Amerika als Weltmacht zu ersetzen. Diese Einschätzung, die auch in der neuen amerikanischen Verteidigungsstrategie enthalten ist, sei „grundlegend falsch“, sagte Außenminister Wang Yi am Donnerstag auf einer Pressekonferenz am Rande der Jahrestagung des Volkskongresses in Peking. „China hat es nicht nötig und hat nicht die Absicht, die Vereinigten Staaten zu ersetzen.“ Wenn es Wettbewerb zwischen China und Amerika geben sollte, sollte dieser „gesund und positiv“ sein.

          Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hatte Anfang der Woche bei einem Treffen mit einer südkoreanischen Delegation einem Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in zugestimmt. Nach Angaben aus Seoul sagte die Führung in Pjöngjang zu, während der Dialogphase ihre Atom- und Raketentests zu stoppen. Zudem erklärte sich Nordkorea bereit, auch mit den Vereinigten Staaten ins Gespräch über die atomare Abrüstung zu kommen.

          Wang erinnerte aber auch daran, dass frühere Bemühungen um einen Durchbruch im Atomkonflikt mit Nordkorea gescheitert waren. „Natürlich braucht es mehr als einen kalten Tag, um dickes Eis zu schmelzen.“ Es gebe zwar „Licht am Ende des Tunnels“, die Reise werde aber nicht leicht.

          Streit im Südchinesischen Meer

          Hinsichtlich des eigenen Verhältnisses zu Amerika sagte Wang, beide Länder hätten in ihren Beziehungen „einiges durchgemacht“, aber Dialog und Kooperation hätten sich durchgesetzt. „Es kann keine Alternative geben.“ Im Streit um seine Ansprüche auf Inseln im Südchinesischen Meeres übte der Außenminister aber gleichzeitig scharfe Kritik an den Vereinigten Staaten, deren Marine sich immer wieder den umstrittenen Inseln nähert, um demonstrativ für die Freiheit der Navigation in den strategisch wichtigen Seegebieten einzutreten.

          „Einige Kräfte von außerhalb sehen die anhaltende Ruhe nicht gerne und versuchen, Ärger zu machen“, sagte Wang Yi, ohne die Vereinigten Staaten direkt zu nennen. Mit schwer bewaffneten Flugzeugen und Kriegsschiffen zeigten sie Stärke. „Diese Militarisierung ist der größte destabilisierende Faktor in unserer Region.“

          Umgekehrt werfen die Vereinigten Staaten aber China vor, mit dem massiven Ausbau von Militäranlagen auf den Inseln die Gegend zu militarisieren. China streitet mit seinen Nachbarn um die Inseln und sieht den größten Teil des Südchinesischen Meeres als seine Hoheitsgewässer an. Der internationale Schiedshof in Den Haag hat die Ansprüche 2016 aber als unrechtmäßig zurückgewiesen. In der Region liegen wichtige Schifffahrtswege und reiche Rohstoffvorkommen.

          Annäherung in Korea

          Unterdessen reisten zwei südkoreanische Gesandte nach Washington, um die Regierung über die Angebote Nordkoreas zu informieren. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete, Sicherheitsberater Chung Eui-yong werde in Washington mit dem Nationalen Sicherheitsberater H.R. McMaster und Außenminister Rex Tillerson zusammentreffen.

          Chung hatte nach den Gesprächen mit Kim mitgeteilt, dieser wolle mit den Vereinigten Staaten verhandeln und habe im Gegenzug für Sicherheitsgarantien einen Verzicht auf sein umstrittenes Nuklearprogramm in Aussicht gestellt. Chung wird anschließend nach China und Russland weiterreisen.

          Der Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm hatte sich im vergangenen Jahr gefährlich zugespitzt und mündete in gegenseitige Kriegsdrohungen zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea. Doch seit Jahresbeginn bemühen sich Süd- und Nordkorea um eine Annäherung. Die Teilnahme Nordkoreas an den Winterspielen in Pyeongchang galt als wichtiges Zeichen der Entspannung.

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