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Nordkorea Der Schlüssel in Peking

27.05.2009 ·  Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass sich Kim Jong-il weder durch Verträge noch durch Diplomatie von seinem Nuklearprogramm abbringen lässt. Der Schlüssel zur Lösung des Problems liegt in Peking - doch Chinas Machthaber stecken im Dilemma.

Von Günther Nonnenmacher
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Die Aufregung über Nordkoreas zweiten unterirdischen Atomwaffenversuch und die daran anschließenden Raketentestflüge hat etwas Künstliches. Alle Fachleute hatten damit gerechnet, dass Pjöngjang seine nuklearen Provokationen wiederaufnehmen würde, die Frage war nur, wann dies geschehen werde.

Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass sich Kim Jong-il weder durch Verträge noch durch die beiden klassischen Instrumente der Diplomatie - Zuckerbrot und/oder Peitsche - von seinem Nuklearprogramm abbringen lässt. Gegenleistungen in jeglicher Form, von Lebensmitteln über Energielieferungen bis zu Technologietransfer, hat er für vermeintliche Zugeständnisse gerne kassiert, um kurze Zeit später mit demselben Erpressertrick neuerlich Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, um Anerkennung zu werben und neue Hilfen zu fordern.

Die Lösung lautet China

Es bleibt dieser Steinzeitdiktatur auch nichts anderes übrig: Nordkorea hat nichts, was ihm internationale Bedeutung verschaffen könnte, außer seinem nuklearen Drohpotential gegenüber benachbarten Staaten wie Südkorea oder Japan und dem Export von Raketentechnik an Regime, in deren Händen man solche Waffen lieber nicht sähe. Es ist deshalb nicht zu erwarten, dass Kim Jong-il dieses Mal auf den UN-Sicherheitsrat hört oder die Mahnungen und Drohungen der Amerikaner ernster nimmt als zuvor.

Präsident Obama wird sich überlegen müssen, ob er sich noch einmal auf ein Spiel einlassen sollte, bei dem schon seine Vorgänger Clinton und Bush am Schluss blamiert dastanden. Alle Welt ist sich darüber einig, dass der Schlüssel zu einer Lösung des Nordkorea-Problems in Peking liegt, weil China Kims Regime wirtschaftlich am Leben hält. Das Dilemma der chinesischen Machthaber liegt auf der Hand: Einerseits wollen sie Nordkorea als strategisch wichtigen Pufferstaat erhalten, andererseits werden sie von Pjöngjang international vorgeführt; Peking riskiert zudem, dass Japan irgendwann der Geduldsfaden reißt und eine nukleare Aufrüstung in Ostasien beginnt. Doch aus diesem chinesischen Dilemma führen weder neuaufgelegte Sechser-Gespräche noch ein verschärftes Sanktionsregime heraus. Die provozierende Art und Weise, wie Nordkorea seinem großen Mentor nuklear auf der Nase herumtanzt, hinterlässt tiefe Kratzer an Pekings Weltmachtanspruch.

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