28.06.2009 · Nach Jahrzehnten blutiger Unruhen haben militante protestantische Organisationen ihre Entwaffnung bekannt gegeben. Zuletzt hatte es durch die Attentate von Splittergruppen der „Irisch-Republikanischen Armee“ (IRA) Rückschläge gegeben. Die britische Regierung lobte den Schritt als „historischen Tag“.
Die protestantischen bewaffneten Untergrundkämpfer in Nordirland haben ihre freiwillige Entwaffnung weitgehend abgeschlossen. Sowohl die „Ulster Freiwilligenarmee“ (UVF), als auch das „Kommando Rote Hand“ und die „Ulster Verteidigungsvereinigung“ (UDA) gaben entsprechende Erklärungen ab.
Damit wird dem Friedensprozess zu neuem Schwung verholfen, nachdem es zuletzt durch die Attentate von militanten Abtrünnigen der katholischen „Irisch-Republikanischen Armee“ (IRA) Rückschläge gegeben hatte. Die britische Regierung lobte den Schritt der militanten Organisationen der protestantischen Seite als „historischen Tag“ für die nordirische Bevölkerung.
Nach den Jahrzehnten blutiger Unruhen, in denen allein die bewaffneten Militanten der protestantischen Seite für fast tausend Todesopfer verantwortlich gemacht wurden, begann die Abkehr von der Gewalt vor mehr als zehn Jahren mit dem sogenannten Karfreitagsabkommen. Überwacht von unabhängigen Gutachtern begannen beide Seiten in einem von langen Pausen unterbrochenen Prozess mit der Abgabe oder Zerstörung ihrer Waffen.
Waffen-Amnestie endet im Herbst
Im Sommer 2005 wurde der katholischen IRA bestätigt, sie habe ihr gesamtes Arsenal unbrauchbar gemacht. Das „Kommando Rote Hand“ und die UVF gaben jetzt in Belfast bekannt, sie hätten ihre Entwaffnung nun gleichfalls „unwiderruflich“ abgeschlossen. Ein Mitglied der UVF sagte, alle Vorbereitungen zur endgültigen Entwaffnung seien im vergangenen März noch einmal angehalten worden, nachdem Terror-Attentäter aus Splittergruppen der IRA zwei britische Soldaten und einen Polizisten in Nordirland erschossen hatten.
Man habe damals die irische Regierung und die britische Regierung um formelle Versicherungen gebeten, dass die Täter dieser Anschläge verfolgt und ihrer ordentlichen Strafe unterworfen würden, auch wenn sie in die Republik Irland geflohen sein sollten. Nachdem sich herausstellt habe, dass die Strafverfolgung dieser Attentäter funktioniere, habe man die Entwaffnung wiederaufgenommen.
Die UDA und weitere kleinere protestantische Untergrundgruppen erklärten jetzt, sie wollten ihre Entwaffnung bis zum Herbst abschließen. Dann endet eine Amnestie für den Schusswaffenbesitz, die die britische Regierung den protestantischen Milizen gewährt hatte.