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Nordirak : Die zweite Front

  • Aktualisiert am

Washington baut Nordfront auf Bild:

Nachdem Fallschirmjägern im Nordirak gelandet sind, bereitet das amerikanische Militär die Ankunft von mehreren Tausend weiteren Soldaten vor, um eine Nordfront aufzubauen.

          Mit der Landung von 1.000 Fallschirmjägern im kurdischen Norden Iraks haben die Vereinigten Staatenn eine weitere Front eröffnet. Die Soldaten der 173. Luftlandebrigade sprangen am Donnerstag auf einen Flugplatz ab und errichteten rund 50 Kilometer südlich der türkischen Grenze bei Baschur einen Stützpunkt für den Krieg im Norden.

          Zur Unterstützung des Einsatzes bombardierten amerikanische Kampfflugzeuge Stellungen der irakischen Streitkräfte im Norden. In drei Wellen seien die Maschinen vom Flugzeugträger „Theodore Roosevelt“ im östlichen Mittelmeer gestartet und hätten Artilleriestellungen, eine Flugabwehrbatterie und Kommandobunker angegriffen, sagte Leutnant John Oliveira an Bord des Flugzeugträgers.

          Flugplatz gegen Angriffe gesichert

          Bisher waren nur kleinere Gruppen von Spezialeinheiten im Norden, die mit kurdischen Kämpfern Kontakt aufnahmen, um eine gemeinsame Front gegen die Kräfte von Machthaber Saddam Hussein aufzubauen. Vor der Luftlandeaktion sperrten kurdische Kämpfer am Donnerstagmorgen mehrere Straßen in der Nähe des Flugplatzes bei Baschur, 50 Kilometer nordöstlich der Stadt Arbil.

          Wenig später konnte beobachtet werden, wie drei Hubschrauber dort landeten, alle ohne ihre Positionslichter. Gleichzeitig sprangen Fallschirmjäger aus niedrig fliegenden Transportflugzeugen des Typs C-17 Globemaster, wie ein diese Truppen begleitender Reporter der Zeitung „Philadelphia Inquirer“ berichtete. Die Fallschirmjäger begannen sofort damit, den Flugplatz gegen Angriffe zu sichern.

          Alternativplan des Pentagon

          Er soll nach Informationen aus dem Pentagon dazu dienen, Nachschub an Truppen und Material in den Norden zu bringen. Die 2040 Meter lange Landebahn ist groß genug für Transportflugzeuge wie die C-17. „Sie sind am Boden“, sagte Oberstleutnant Thomas Collins von der 173. Luftlandebrigade, die in der italienischen Stadt Vicenza stationiert ist. Collins wollte nicht sagen, ob die Fallschirmjäger direkt von dort gestartet sind oder vorher schon an einen anderen Ort in der Golfregion gebracht wurden.

          Die Luftangriffe in der Region wurden am Donnerstagmorgen fortgesetzt. Bei dem Dorf Kalak, direkt außerhalb des kurdischen Autonomiegebiets, gab es eine gewaltige Explosion. Kampfflugzeuge attackierten irakische Stellungen in den Bergen über Tschamtschamal, 35 Kilometer östlich von Kirkuk, dem Zentrum der nordirakischen Ölindustrie.

          Mit dem Einsatz der Fallschirmjäger setzt das Pentagon den Alternativplan für den Krieg im Norden Iraks um. Ursprünglich hätten 62.000 Soldaten der 4. Infanteriedivision von der Türkei aus in das Nachbarland einmarschieren sollen. Das türkische Parlament hat diesem Vorhaben aber seine Zustimmung verweigert. Strategisches Ziel der amerikanischen Truppen im Norden ist zunächst vor allem die Sicherung der Ölfelder bei Mossul und Kirkuk. Daneben sollen die Truppen aber auch nach Takrit vorstoßen, die Heimatstadt von Saddam Hussein und vielen seiner engsten Gefolgsleute. Dort soll die Adnan-Division der Republikanischen Garde stehen.

          Eine weitere Aufgabe der amerikanischen Einheiten im Norden wird es sein, mögliche Zusammenstöße zwischen rivalisierenden kurdischen Gruppen zu verhindern - und damit letztlich auch einen Einsatz türkischer Truppen gegen die Kurden.

          Quelle: AP

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