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Niederlande Polizei verhaftet mutmaßliche Mitglieder der PKK

12.11.2004 ·  Im Süden des Landes wurden 29 Personen gefaßt, die dort offenbar für den bewaffneten Kampf in der Türkei vorbereitet wurden. Weitere Festnahmen gab es bei Hausdurchsuchungen in anderen Teilen des Landes.

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Bei Razzien gegen die verbotene frühere Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat die niederländische Polizei am Freitag 38 Verdächtige festgenommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden auf einem Camping-Platz bei Eindhoven im Süden des Landes 29 Personen gefaßt, die dort für den bewaffneten Kampf in der Türkei vorbereitet worden seien.

Es gebe Hinweise, daß Teilnehmer des Trainingslagers in Liempde zur Beteiligung an PKK-Aktionen nach Armenien geschickt worden seien. Weitere Festnahmen gab es bei der Durchsuchung von einem Dutzend Häusern in anderen Teilen des Landes. Die Polizei beschlagnahmte eine Feuerwaffe, Nachtsichtgeräte und Dokumente.

Kein Zusammenhang mit Anti-Terror-Aktion

Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mitteilte, bestehe kein Zusammenhang zwischen den Razzien am Freitag und den Anti-Terror-Aktionen nach der Ermordung des islam-kritischen Filmemachers Theo van Gogh am 2. November. Am Montag hatte ein niederländisches Gericht die vom Jusztizministerium in Den Haag genehmigte Auslieferung einer kurdischen Aktivistin gestoppt, der Ankara Angriffe auf militärische Ziele zur Last legt. Das Ministerium kündigte Berufung an.

Die PKK steht auf der Liste terroristischer Organisationen der europäischen Union. Vor einem Jahr nannte sich die Organisation in Kongra-Gel (Volkskongreß Kurdistan) um.

Drastische Maßnahmen

Am Mittwoch hatte die niederländische Regierung angesichts der wachsenden Spannungen im Land nach dem Mord an van Gogh drastische Maßnahmen zur Bekämpfung des Extremismus angekündigt. Bürgern mit doppelter Staatsangehörigkeit solle künftig die niederländische Staatsbürgerschaft aberkannt werden, sofern sie „den grundlegenden Interessen des Staates schaden“, erklärten Sprecher des Justiz- und Innenministeriums.

Die Polizei nahm bei einem groß angelegten Anti-Terror-Einsatz am Mittwoch insgesamt sieben Verdächtige fest. Auch am Donnerstag wurden wieder Moscheen und christliche Kirchen geschändet.

Gegen einen der am Mittwoch Festgenommenen werde wegen eines möglichen Zusammenhangs mit dem Van-Gogh-Mord ermittelt, teilte ein Sprecher des Justizministeriums am Freitag mit. Es handele sich bei dem Beschuldigten um einen 23 Jahre alten Mann. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von afp
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