15.04.2003 · Knapp ein Jahr nach der Ermordung des niederländischen Rechtspopulisten Pim Fortuyn hat ein Gericht in Amsterdam am Dienstag den 33 Jahre alten Volkert van der Graaf als Attentäter zu 18 Jahren Haft verurteilt.
Knapp ein Jahr nach der Ermordung des niederländischen Rechtspopulisten Pim Fortuyn hat ein Gericht in Amsterdam am Dienstag den 33 Jahre alten Volkert van der Graaf als Attentäter zu 18 Jahren Haft verurteilt.
Die Entscheidung bewegt sich im Rahmen des Antrags der Verteidigung auf eine zeitlich begrenzte Haftstrafe. Der Ankläger hatte lebenslange Haft gefordert. Van der Graaf war unmittelbar nach den tödlichen Schüssen auf Fortuyn am 6. Mai vergangenen Jahres festgenommen worden und hatte die Tat im November gestanden.
Auf- und Abstieg der LPF
Der Mord fand wenige Tage vor den Parlamentswahlen im Mai 2002 statt, die Fortuyns Partei LPF als zweitstärkste Partei an die Macht brachten. Fortuyn hatte unter anderem den Islam kritisiert und einen Einwanderungsstopp gefordert. Schon kurz nach der Regierungsbeteiligung der Rechtspopoulisten zerbrach die Mitte-rechts-Koalition unter dem christdemokratischen Ministerpräsidenten Jan Peter Balkenende am parteiinternen Streit in der LPF.
Neuwahlen vor drei Monaten brachten der LPF starke Verluste ein. Balkenende ist derweil weiter um eine Regierungsbildung bemüht. Erst kürzlich waren Gespräche mit der sozialdemokratischen Partei der Arbeit gescheitert.