07.08.2007 · Nicaraguas Präsident und früherer Revolutionsführer Daniel Ortega beschreibt seine Beziehung zum Kollegen Chávez aus Venezuela als „Solidarität aus Fleisch, Knochen und Blut“. Seine Gegner werfen ihm vor, die staatlichen Institutionen auszuhöhlen.
Der Sandinist und frühere Revolutionsführer Daniel Ortega tat aus taktischen Gründen im Wahlkampf 2006 so, als kenne er Chávez nicht. Als er zum Präsidenten gewählt war, ließ er sich jedoch von Chávez hofieren und erwies sich als dessen treuester Vasall.
Chávez und Ortega besuchten einander immer wieder, um die „Solidarität aus Fleisch, Knochen und Blut“ zu besiegeln. Beide schlossen Abkommen zur Zusammenarbeit, worunter vor allem Hilfsleistungen Venezuelas für die marode nicaraguanische Energiewirtschaft zu verstehen sind. Ortega ließ sich dafür auf Chávez' Techtelmechtel mit Iran ein.
Der iranische Präsident Ahmadineschad war schon in Nicaragua, und Ortega besuchte Teheran. Mit der katholischen Kirche, die er bekämpfte, hatte er sich ausgesöhnt. Auch gegenüber Nordamerika schlägt Ortega konziliantere Töne an. Seine politischen Gegner werfen Ortega vor, er höhle die staatlichen Institutionen aus und habe sich seit der Revolution nicht geändert. „Er ist wie eine Wassermelone“, sagen sie, „außen grün und innen rot“.