07.06.2012 · In Syrien sind bei einem abermaligen Massaker nahe Hama mindestens 55 Menschen getötet worden. UN-Beobachter, die den Tatort aufsuchen wollten, wurden beschossen.
Von Rainer Hermann, DamaskusRichtlinien für Lesermeinungen
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...ob die Tagesschau dies zur Kenntnis nimmt.
Man muss schon Eier aus Stahl haben, um die Wahrheit zu schreiben.
Großer Dank an den Author und den Redakteur, der den Mut hatte
diesen Artikel zu veröffentlichen.
Manchmal stirbt die Wahrheut doch nicht zuerst. Auch wenn sie in den
Keller gesperrt wurde.
ein mit dem Iran verbündeter Alevit - das muß kein Widerspruch sein, Herr Hebold
Assad ist keineswegs ein sympathischer Menschenfreund, da gebe ich Ihnen
recht. (Nicht "nur" die folternde Geheimpolizei und die in
Bezug auf die Hamas offensichtliche Zusammenarbeit mit Iran, lassen tief
blicken. Auch die Ermordung des libanesischen - übrigens
christlichen - Präsidenten Hariri, die von ihm initiiert worden zu
sein scheint, spricht Bände.)
Aber er fördert nur im Ausland, vorzugsweise in Israel und Libanon
die islamistisch-terroristischen Kräfte, zu Hause will er Ruhe und
Ordnung haben - und vor allem gern an der Macht bleiben. Was die
"rechtgläubigen" und viel intoleranteren Sunniten und
Schiiten wohl als Zumutung erscheint. Für die religiöse
Minderheit der Christen (die dort schon seit 2000 Jahren, also 600 Jahre
länger als Muslime, welche auch immer, ansässig sind), hat das
den Vorteil, daß sie unter Assad halbwegs in Ruhe gelassen wurden.
Das wird unter den Rebellen nicht der Fall sein, die vertreiben die
Christen schon jetzt, wo sie können.
So eine Berichtersttatung benötigt Courage und Mut. Ich hatte fast meine Hofnungen an unsere Medien verloren. So weiter Herr Rainer Hermann
Die Reportage stimmt wirklich hoffnungsvoll.
Letztes kurioses Beispiel an propagandistischen Falschmeldungen war die
Veröffentlichung eines "Houla-Massakerfotos" durch die
renommierte BBC News am 27. Mai 2012. "Aktivisten" hätten
das Foto an BBC News geschickt.
Nur eben, dass der Fotograf Marco di Lauro das Bild als das seine
erkannte und es einem Vorfall im Irak 2003 zuordnete. BBC hat sich
natürlich herausgeredet: Sie hätten ja selbst zum Bild
hinzugefügt, dass sie die Angaben nicht überprüfen konnte.
Aber auf diese "Aktivisten"-Infos basiert doch die ganze
derzeitige Stimmungsmache.
Warum nutzt das Regime nicht die UN-Beobachter?
Die Tötungen sollen laut der 'friedlichen Oppositionellen' von den
Aufständischen selbst kommen? Warum holt das Regime nicht die
UN-Beobachter, um die Verbrechen und die Menschenrechtsverletzungen
durch die bewaffneten Aufständischen zu dokumentieren?!
Das hätte das Regime bezüglich der Vorwürfe entlastet.
Das Regime hätte der Kündigung der Opposition zu Annans
Friedensplan entgegenwirken können. Denn deren Begründung dazu
wäre hinfällig gewesen. Auch den Rufen nach militärischer
Intervention wäre entgegengewirkt worden. Warum hat das Regime die
UN-Beobachter nicht an den Ort des Geschehens herangelassen?
Wenn die Regimekräfte die Taten nicht begangen haben, würde es
dem Regime helfen, es von neutraler Instanz bezeugen zu lassen. Sowohl
bezüglich des Standes gegen die Opposition und der
Weltöffentlichkeit. Gegen Sanktionen und Intervention.
Warum hat das Regime die UN-Beobachter nicht herangelassen?!!!
So einfach ist es nicht
Lieber Paul, wie schön wäre es wenn dies möglich wäre. Die Politiker uns auch die Beobachter hören nur das, was sie hören möchten. In unseren Medien ist das eine Premiere, daß FAZ so etwas berichtet. Ein orientaliches Sprichwort sagt: Mit einer Blume kommt kein Frühling. Warten wir ab wie es weiter geht!
Wer wen massakriert hat und noch wird kann schwerlich aufgeklärt
werden, wenn nicht zeitnah
Zugang in den Betroffenen Regionen gewährt wird. Es wird jedesmal
darauf hingewiesen, dass die Sicherheit nicht gewährleistet werden
kann, was sicherlich zutrifft, aber die Wahrheitsfindung
birgt immer Gefahren. Die Lesermeinungen verstricken sich zusehends in
Spekulationen.
Was aber nicht von der Hand zu weisen ist, ist dass die mehrheitliche
Bevölkerung sunnitischen Glaubens angehört und von einer
Minderheit des Alawitischens Glaubens regiert wird. Dies ist für
alle sunnitisch regierenden Länder nicht tragbar.
Religion als Anstifter
Wenn Religion als Grund für Kriegshandlungen - vor allem auch vor Bürgerkrieg - angegeben wird, handelt es sich meist entweder um vorgeschobenen Grund oder um Aufwiegeln von Gläubigen, die an den Kampf zu anderen Religionen glauben. In Syrien wird ein Beweis dafür geliefert, weil eine Minderheit regiert. Ähnlich war es mit den Serben in Jugoslawien.
Untragbar?
Drückt Ihr Beitrag Verständnis für das Massaker an Andersgläubigen aus?
Endlich mal eine Information, die forensisch abgesichert ist. Wenn die Getöteten ausschließlich Alewiten und Schiiten sind, dann ist es doch sehr unwahrscheinlich, dass dies die Glaubensbrüder waren. Peter Scholl-Latour hat zweimal im Fernsehen gesagt, dass die Sunniten alle Alewiten umbringen, wenn sie an der Macht sind.
Mehrfach wurden ungeprüft oppositionelle Berichte ins Netz gestellt und voreilig Assad für die Verbrechen verantwortlich gemacht. Man sollte politische Vorgaben nicht eilfertig umsetzen. Schon lange haben politisch Interessierte die skandalöse Berichterstattung für die Opposition durchschaut. Mit diesem Artikel kehrt Glaubwürdigkeit in die Medien zurück.
Dieses Forum ist herrlich! In 70% der Beiträge wird der Diaktator Assad gefeiert, weil er für Ruhe und Ordnung sorgt. Ebenso indirekt Ghaddafi, dass er einmal für Ordnung gesorgt hat. Und natürlich auch Hussein.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.06.2012 22:52 UhrNein! Pflicht!
Sehr geehrter Herr Hebold,
mir geht es bei meinen Beiträgen nicht darum einen Diktator in
Schutz zu nehmen, geschweige denn diese wegen ihrer Ordnungsliebe zu feiern.
Ihnen wird aber sicherlich schon aufgefallen sein, dass während
solcher Konflikte das Bild in den Medien häufig von der
tatsächlichen Sachlage abweicht.
Wenn eine solche Diskrepanz zwischen Realität und Berichterstatung
auffällt, soll, ja muss, man sich zu Wort melden. Kein Krieg auf
Grund von Falschinformationen!
Vergessen Sie nicht:
-Den Anriff im Golf von Tonkin (Vietnam)
-Die Brutkasten Geschichte (I. Golfkrieg)
-Das Massaker von Rugovo, inkl. weinendem Scharping (Kosovo)
-Al Quaida "Ausbildungslager" (Afganistan)
-Massenvernichtungswaffen (II. Golfkrieg)
Die Liste lässt sich mit wenig Recherche beliebig verlängern.
Aber man bemerkt: Es begann mit einer Lüge....
Deutsche Kriegsbegeisterung...
Nun ja, es gibt eben Menschen, die nicht glauben, das Assad allein
für die Gewalt in Syrien verantwortlich ist. Diese Menschen sehen,
das bewaffnete Rebellen nicht nur Soldaten angreifen, sondern auch
Syrer, die für Assad eintreten. Aber wenn diese Menschen diese
Tatsachen äussern, wird dann Assad gefeiert?
Ja, nach Meinung der westlichen Kriegsbefürworter wird dann Assad gefeiert.
DEnn die Kriegsbefürworter können es nicht mehr abwarten.
Endlich, endlich zuschlagen...
Schluß machen mit dem bösen Assad - Syrien bombardieren -
denn WIR sind die Guten!
Er beschämt die gesamte restliche deutsche Presselandschaft und Obi-Wan Kenobi in der UN-Vollversammlung dazu.
von Hula, bei dem am 25. Mai 108 Menschen getötet worden waren,
wurde nicht von syrischen Regierungssoldaten begangen, wie in der
westlichen Presse behauptet und von westlichen Politikern wiederholt.
Das geht nicht nur aus diesem Artikel hervor.
Sollten jetzt nicht die Aktivitäten der westlichen Regierungen
gegen die syrische, die mit diesem Massaker begründet wurden,
wieder zurückgenommen werden?
Oder ist es so wie beim Irak und bei Libyen, das es nicht um
"Wahrheit", sondern um Kriegsbegründungen geht?
Bei den letzten Fernsehsendungen und Bildnachrichten wurde jedenfalls
offen der Bombardierung Syriens das Wort geredet.
Sind wir wieder in der Stimmung von 1914, als die Kriegsbegeisterung
hohe Wellen schlug?
Fakten
Werter Herr Busse,
nirgendwo in dem Artikel steht, dass das Massaker von Hula nicht von den
syrischen Regierungstruppen verübt worden ist. Es heißt
lediglich, dass der Darstellung durch die Aufständischen
widersprochen wurde.
Wolfgang Hebold
Fragen sie Joschka Fischer und Gerhard Schröder
und ihre Überlegungen in der Zeit des Jugoslawienkrieges.
Die NATO ist mit dem Bündnisparter Türkei direkter Nachbar Syriens.
Was macht man wenn jemand in der Nachbarschaft um Hilfe schreit?
Entweder man geht selbst hin oder man ruft die Polizei. Wer ist nun die
Polizei in diesem Fall?
Die UN hat leider gewichtige Mitglieder mit Vetorecht die auf mich doch
sehr befangen wirken und eigene Interessen zu verfolgen scheinen.
Bei massiven Ehekonflikten trennt man die Streithähne am besten, so
mancher Ehemann hat schon Ehefrau die Kinder und sich selbst erschossen
weil er sich nicht trennen konnte.
Die Bundesregierung wirkt ein wenig Schizophren in dieser Angelegenheit.
Ist meine Wahrnehmung falsch oder macht der Außenminister eine
andere Außenpolitik als die Kanzlerin. Wobei ich Westerwelle eher
loben will, die Westbindung der Kanzlerin läßt ja zu
Wünschen übrig vor allem wenn ich an die letzten
Gespräche mit Putin denke.
Bei den Zuständen in Syrien frage ich mich ob den in diesem Falle
die gute alte Satelitenaufklärung Hilfestellung leisten kann? Ich
kann mir nicht denken das Russland es wagt einen
Aufklärungssateliten abzuschießen und die Syrer können
es nicht denke ich.
Die Fernmeldeaufklärung kann ggf auch helfen. Wo sind die ganzen
gut bezahlten NATO-Spezialisten und Ihre Ergebnisse?
Davon abgesehen bin ich ratlos und Frage mich ob wie wir beim Versorgen
der Flüchtlinge helfen können.
Christen///////////////////////"Eine Intervention wäre nicht nur wegen der komplizierten ethnischen
und religiösen Struktur des innersyrischen Konflikts und der
Verstrickung regionaler Akteure riskant"/Putin
Warum geht kein Bericht auf die von Putin behauptete
ethnische+religioese Struktur Syriens
ein?
Warum werden nicht einmal Ethnien und Religionen auseinanderdividiert?
Warum ist immer nur nebuloes von Aktivisten, Rebellen+Fluechtlingen die Rede?
Warum weigert man sich, sich mit der Rolle, oder bessergesagt, dem
traurigen Schicksal
der syrischen Christen auseinanderzusetzen.
Die Stadt Hula ist "christenfrei". Der Exodus der syrischen
Christen ist in vollem Gange.
Hatte Volker Beck, (Gruene), die Christen im Sinn, als er grosszuegige
Aufnahmeregelungen fuer syrische "Fluechtlinge" forderte?
p.s. Uebrigens haelt sich C.Roth gerade in Lybien auf. Was sie da wohl
so treibt?
Ob Roth vielleicht mit dem kath. Bischof von Trpolis konferiert hat, um
sich die Noete
der lybischen Christen erklaeren zu lassen? Ich glaube, eher nicht.
Die Büchse der Pandora ist geöffnet.
Assad habe „jede Legitimität verloren“....
Was meint H. Annan denn, welche er vor dem Verlust hatte, außer
der, der Sohn des Hafis zu sein?
Die einen massakrieren Sunniten.
Die anderen massakrieren Alewiten und interessanterweise Apostaten.
Die Höllenfahrt ist nicht mehr zu stoppen.
Frage an Westerwelle: Gegen die islamischen Terroristen oder die Regierung Assad vorgehen ?
Das scheint im Augenblick nicht so klar, denn während die USA in
Pakistan u. Afghanistan gegen Al Qaida u. islamistische Terroristen
kämpfen, unterstützen die USA u. EU, vorneweg Westerwelle, die
gleichen Terroristen in Syrien. In Afghanistan heissen sie Taliban, in
Syrien Aktivisten.
Zum Märchen von in Syrien nicht möglicher
Journalistentätigkeit sagte ein anderer Kommentator schon etwas. Im
Bericht der FAZ aus Damaskus (!) schrieb R.Herrmann, "dass es in
Damaskus als ausgemacht gilt, dass das Massaker von Hula Teil eines
Rachefeldzuges zwischen Religionsgruppen war." Jetzt erfinden
(besser: führen durch) die Aktivisten schnell ein neues Massaker:
Panzer beschiessen einige Häuser und die vielen Toten sind dadurch
wieder mit Messern ermordet. Den Aktivisten (ein fürchterliches
Wort für Terroristen) wird offensichtlich jede noch so dreiste
Lüge abgenommen und jede ihrer Gewalttaten wird ignoriert, als
wären es glaubwürdige Demokraten. Für wie dumm hält
man die westliche Welt eigentlich?
Wortgewaltige deutsche Angsthasen
Unsere Politiker kritisieren, bemängeln und "verurteilen" zwar stets die Diktatoren in aller Welt, doch wenn immer eine Entscheidung verlangt wird, enthalten sie sich der Stimme aus Angst vor Putin, der solche Staaten unterstützt.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.06.2012 23:36 UhrLesen, Herr Dünnhaupt ...
... haben Sie übersehen, daß höchstwahrscheinlich eben
gerade NICHT Assad die Massaker begangen hat, sondern die hier im Westen
mit so viel Mitleid und Sympathie betrachteten
"Aktivisten"...? -
Das hätte ich auch nicht geglaubt, daß Putin mal der einzige
Politiker sein würde, der noch bei klarem Verstand ist und sich
nicht durch Propaganda und gefälschte Bilder manipulieren
läßt.
Obwohl - doch, auch das ist wohl nur logisch: Wenn man so gut
weiß, wie es geht, dann ist man wohl gewappnet ...
Deckung der syrischen Terroristen
Derzeit stellt es sich so dar, dass die "Rebellen" an einer
Friedenslösung nicht interessiert sind. Wie auch, sie wollen ja die
Macht erringen. Demzufolge sind sie daran interessiert, die Lage
anzuheizen und das Regime zu diskreditieren. Deswegen glaube ich, dass
die jüngsten Massaker von den Rebellen begangen wurden, um
anschließend öffentlichkeitswirksam ein Nato-Eingreifen zu
provozieren.
Da Nato-Chef Rasmussen ein Eingreifen mehrfach klar ausschloss, gehe ich
davon aus, dass die Rebellen immer weitere Massaker an der
Zivilbevölkerung begehen, um weiter zu eskalieren. Zuletzt wurden
m.W. bevorzugt kleine zivile Dörfer überfallen, woraufhin die
syrische Armee zur Hilfe kommen musste.
Oder ein Massenmord von Regierungsseite um die anderen schlecht dahstehen zu lassen
Wir Wissen scheinbar gar nichts, es ist aber interessant das man Beobachter nicht hinlassen will.
Es ist schon niedlich, wie angestrengt nach Gründen gesucht wird, das Assad-Regime gutzureden. Klasse ist die islamistische Karte. Weil Syrien der letzte laizistische Staat sei... Das ist nicht nur wegen des Irak falsch. Es ist auch ein unsinniger Hinweis: Denn Syrien ist ausgerechnet mit dem Iran eng verbündet. Also: Es geht hier allein um die Interessen Moskaus und der Machteliten in Damaskus und Teheran. Aber dieser russische Imperialismus wird immer gerne übersehen, wenn es um den Nahen Osten geht und das Überstülpen von laizistischen Regimen, sei es nun im Irak, dem Jemen oder eben Syrien. Dabei sind die Russen ab 1950 an vielen wichtigen Punkten der Hauptkriegsteiber gewesen.
Das Grauen vor meinen Mitbürgern ...
Die "Freunde" Syriens wollen sich nun aus chapter 7 der UN
einen Krieg gegen Syrien genehmigt bekommen. Hielten sie sich an die
UN-Charta, müßten sie einen Krieg gegen sich selbst
beantragen. Denn das Liefern von Waffen und Medienwaffen an Terroristen
durch ausländische Kräfte stellt eindeutig eine
Gefährdung des Friedens und einen Bruch des Völkerrechts dar.
Stattdessen klagen NATO&Co einen Staat an, der durch Aktionen der
Ankläger Schwierigkeiten hat, seine Bevölkerung vor den
NATO&Co-geförderten Terroristen, bei uns als Opposition
bekannt, zu schützen.
Meine Generation machten ihren Eltern Vorwürfe, warum sie nichts
gegen Nazi-Deutschland unternommen haben.
Meine Generation arbeitet voller Inbrunst an Neo-Kolonialkriegen
,Wirtschaftskriege, wie Herr Köhler bemerkte, getarnt als
humanitärer Akt - ohne Druck der eigenen Vernichtung.