http://www.faz.net/-gpf-6v3mt
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 14.11.2011, 17:05 Uhr

„Nationalsozialistischer Untergrund“ Verfassungsschützer womöglich in „Döner-Mord“ involviert

F.A.Z.-Informationen zufolge war in einen der Anschläge auf ausländische Kleinunternehmer möglicherweise ein Beamter des hessischen Verfassungsschutzes involviert. Die Anschläge werden der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) zugerechnet.

In einen der Anschläge auf türkische und einen griechischen Kleinunternehmer, die der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) zugerechnet werden, war möglicherweise ein Beamter des hessischen Verfassungsschutzes stärker involviert als bisher bekannt. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Dienstagsausgabe) mit Berufung auf Sicherheitskreise in Wiesbaden.

Nach Informationen der Zeitung soll sich der Verfassungsschützer entgegen bisheriger Annahmen zum Zeitpunkt des Mordes an einem Internetcafébetreiber aus Kassel am 6. April 2006 am Tatort aufgehalten haben. Das Opfer des Anschlags war der 21 Jahre alte Halit Yozgat. Der Verfassungsschützer ist inzwischen vom Dienst suspendiert.

Die Kasseler Staatsanwaltschaft hatte damals gegen den Verfassungsschützer ermittelt, stellte die Ermittlungen jedoch ein, weil sie dem Verdächtigen keinen Zusammenhang mit der Tat nachweisen konnte. Bisher war die offizielle Darstellung, dass der Mann das Café etwa eine Minute vor der Tat verlassen habe. Diese Annahme könne nun nicht mehr aufrecht erhalten werden, hieß es laut F.A.Z. aus Wiesbaden. Die Zeitung berichtet weiter, dass damals in der Wohnung des Verdächtigen mehrere Waffen gefunden worden seien.

Der Deutsche türkischer Abstammung Haliz Yozgat war das letzte bekannte Opfer der Morde an ausländischen Kleinunternehmern, die der NSU zugerechnet worden sind.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Morde im Taunus Nach Jahrzehnten hellen sich die Fälle auf

Die Polizei bringt Manfred S., den Täter von Schwalbach, mit sechs Frauenmorden in Verbindung - alle auf die gleiche sadistische Weise begangen. Hat er auch den 13 Jahre alten Tristan ermordet? Mehr Von Katharina Iskandar, Wiesbaden

19.05.2016, 18:05 Uhr | Gesellschaft
Wiesbaden Polizei überführt mutmaßlichen Serienmörder

Seit 18 Jahren ist der Mord an Tristan B. ungeklärt. Der 13-Jährige war 1998 auf grausame Weise in der Nähe von Frankfurt getötet worden. Der Mörder wurde nie gefasst. Hessische Ermittler haben nun offenbar einen Serienmörder enttarnt. Mehr

19.05.2016, 19:53 Uhr | Gesellschaft
Serienmörder von Schwalbach Die Hoffnung heißt Technik

Ein Mann aus Schwalbach soll ein Serienmörder gewesen sein. Gelöst werden wird der Fall wohl im Labor. Mehr Von Katharina Iskandar

24.05.2016, 15:35 Uhr | Rhein-Main
Istanbul Anschlag auf Angeklagten in türkischem Journalisten-Prozess

Ein Attentäter hat am Freitag vor dem Istanbuler Gerichtsgebäude kurz vor der Urteilsverkündung im Prozess gegen regierungskritische Journalisten auf den Chefredakteur der Zeitung Cumhuriyet, Can Dündar, geschossen. Zuvor rief der Angreifer offenbar Verräter. Dündar blieb unverletzt. Mehr

06.05.2016, 23:18 Uhr | Politik
Neue Spuren Polizei prüft weiter Verbindungen zum Fall Tristan Brübach

Manfred S. hat vermutlich mehrere Prostituierte ermordet. Obwohl der Schüler Tristan Brübach nicht in sein Schema passt, verdichten sich die grausamen Indizien auch in diesem Fall. Mehr Von Katharina Iskandar

20.05.2016, 17:14 Uhr | Gesellschaft

Nur Worte

Von Jasper von Altenbockum

Die CSU unterscheidet sich von den anderen Parteien der großen Koalition und von den Grünen nur in der Flüchtlingspolitik. Ansonsten möchte man fragen: Worüber wollen die Unionsparteien eigentlich streiten? Mehr 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Politik-Analysen“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden