15.07.2011 · Österreich will seine Nationalhymne ändern, um nicht nur die großen Söhne, sondern künftig auch die großen Töchter zu preisen. Doch warum bei der großen Tat auf halbem Wege stehenbleiben?
Von Berthold KohlerDie Österreicher sind offenbar doch deutscher, als sie es seit einigen Jahrzehnten zugeben wollen. Das „Gender Mainstreaming“ begeistert jedenfalls auch das Land am Strome derart, dass es in seiner Nationalhymne nicht länger nur seine großen Söhne preisen will - Adoptivkinder wie Beethoven und Mozart selbstredend eingeschlossen -, sondern auch die großen Töchter.
Davon hat das Land viele, man denke nur an Sissy, aber bitte nicht zu genau. Doch warum bei der großen Tat auf halbem Wege stehenbleiben? Wenigstens die Bruderchöre müssten um Schwestern ergänzt werden. Und ist das Land der Dome inzwischen nicht auch eines der Moscheen?
Was die Gleichberechtigung der Geschlechter angeht, sind wir Deutsche schon ein Stück weiter (gewesen). Die, so muss man jetzt wohl sagen, vorschnell abgesetzte zweite Strophe des Deutschlandlieds ehrt die deutschen Frauen noch vor Treue, Wein und Sang.
Wo bleibt der Aufstand der Gleichgeschlechtlichen, der diesen unerträglichen Akt der Diskriminierung aus der Welt schafft und uns mit Österreich wieder auf Augenhöhe bringt?