Israel und die Palästinenser bereiten unter massivem Druck der Vereinigten Staaten eine Übergabe von Teilen des Gazastreifens an die palästinensische Polizei vor. Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas sagte am Sonntag, beide Seiten würden sich „in den nächsten Tagen“ treffen, um Einzelheiten der Übergabe zu besprechen. Der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas, der neue amerikanische Gesandte John Wolf und eine Gruppe ägyptischer Vermittler werden ebenfalls am Montag im Gazastreifen erwartet.
Wolf, der am Samstagabend mit einer Expertengruppe in Israel eingetroffen war, ist inzwischen mit dem israelischen Geheimdienstchef Avi Dichter zusammengetroffen. Am Freitag abend hatte der palästinensische Sicherheitsminister Mohammed Dachlan den Israelis einen Plan vorgelegt, nachdem die palästinensische Polizei zunächst die Kontrolle über den Gazastreifen und anschließend über die Städte Bethlehem und Ramallah im Westjordanland übernehmen will. Der palästinensische Minister Jassir Abed Rabbo sagte dazu am Sonntag, bei dem Gespräch habe es „keine greifbaren Ergebnisse gegeben“.
Ausgelöst wurden die diplomatischen Bemühungen durch die Explosion der Gewalt in der vergangenen Woche, die rund 60 Israelis und Palästinenser das Leben kostete. Am frühen Sonntag morgen töteten israelische Soldaten in Beit Sachur im Norden des Gazastreifens ein mutmaßliches Mitglied der militanten Al Aksa-Brigaden. Später starb in einem Krankenhaus ein achtjähriges Mädchen, das bei dem gescheiterten israelischen Angriff gegen den Hamas-Führer Abdel Asis Rantisi schwer verletzt worden war.