03.09.2010 · Die Regierung Obama bemüht sich beim Nahost-Gipfeltreffen als Vermittler und Partner. Die maßgeblichen Mächte können sich zwar für einen Frieden einsetzen, die entscheidenden Schritte aber müssen Israelis und Palästinenser selbst ausgehen.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerOhne amerikanisches Einwirken auf die nahöstlichen Protagonisten wäre das Gipfeltreffen in Washington nicht zustande gekommen. Insofern gebührt der Regierung Obama Lob für ihren - natürlich nicht selbstlosen - Einsatz. Und der muss fortgesetzt werden; der jordanische König sieht darin gar die Bedingung für einen Verhandlungserfolg: Obamas Unterstützung als Vermittler, ehrlicher Makler und Partner sei unerlässlich.
Das stimmt sicherlich. Aber reicht das schon aus? Es war Obama, der nach einem in puncto Nahost enttäuschenden ersten Jahr im Januar eingestand, dass „wir unsere Fähigkeiten überschätzt haben“.
Und niemand wird Bill Clinton Mangel an Einsatz vorwerfen, der vor zehn Jahren vergeblich eine israelisch-palästinensische Friedensregelung zustande zu bringen suchte. Überliefert ist sein bitterer Kommentar an Arafat, weil der sich einem Abkommen verweigerte: „Sie haben mich scheitern lassen.“
Mit anderen Worten: Die maßgeblichen Mächte können und müssen Hilfestellung leisten, aber die entscheidenden Schritte müssen Israelis und Palästinenser selbst gehen.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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