07.03.2010 · Wie dringend eine Erneuerung des nahöstlichen Friedensprozesses wäre, machten in der vorigen Woche die Unruhen auf dem Tempelberg sowie an den heiligen Stätten von Hebron wieder einmal deutlich. Leider stehen die Aussichten schlecht.
Von Wolfgang Günther LerchIm Nahen Osten ist man bescheiden geworden. Dass die Arabische Liga unlängst ihr Placet für indirekte Gespräche der Palästinenser mit Israel unter dem Schirm Washingtons gegeben hat, wird schon als Erfolg gefeiert. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas lehnt direkte Gespräche ab, solange Israel auf dem Ausbau seiner Siedlungen beharrt.
Wie dringend eine Erneuerung des nahöstlichen Friedensprozesses wäre, machten in der vorigen Woche die Unruhen auf dem Tempelberg sowie an den heiligen Stätten von Hebron wieder einmal deutlich. Leider wird selbst aus der Anregung der Liga aus Kairo nicht viel werden, denn die Führung der Hamas hat den Palästinenser-Präsidenten schon vor einer Aufnahme von Gesprächen gewarnt. Ja, sie forderte ihn sogar zum Rücktritt auf.
Bereits im vorigen Jahr hatte Abbas selbst mitteilen lassen, er sei amtsmüde und werde nicht mehr kandidieren. Doch ob mit ihm oder ohne ihn - die Aussichten stehen schlecht. Es ist nicht gelungen, die Feindschaft zwischen der Hamas und der Fatah abzumildern, geschweige denn eine Versöhnung einzuleiten.