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Nahost-Krise : Keine Feuerpause in Sicht - Israel tötet Hamas-Führer Rian

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Feuerwand nach einem Bombenangriff im nördlichen Gazastreifen am Neujahrstag Bild: REUTERS

Die israelische Luftwaffe hat am sechsten Tag in Folge Angriffe gegen die Hamas geflogen. Dabei wurde der ranghohe Hamas-Führer Nisar Rian getötet. Außenministerin Livni flog zu Gesprächen nach Paris; eine Waffenruhe ist dennoch nicht in Sicht.

          Bei weiteren Angriffen der israelischen Luftwaffe auf Ziele im Gazastreifen ist am Donnerstag der ranghohe Hamas-Führer Nisar Rian getötet worden. Ungeachtet diplomatischer Bemühungen auf vielen Ebenen ist keine Feuerpause in Sicht. Israel lehnt eine Waffenruhe weiterhin ab. Die Hamas signalisierte dagegen am Donnerstag „unter bestimmten Bedingungen“ Interesse daran.

          Die israelische Außenministerin Zipi Livni sprach darüber am Donnerstag in Paris mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy. Die israelische Regierung hatte eine solche Waffenruhe nach Vorschlag der französischen EU-Ratspräsidentschaft, die bis Jahresende dauerte, am Mittwoch abgelehnt und diese Haltung am Donnerstag bekräftigt. „Es gibt keine humanitäre Krise im Gazastreifen, und deshalb ist eine Waffenpause für Hilfslieferungen nicht notwendig“, zitierte das israelische Außenministerium Frau Livni am Donnerstag. Israel habe schon für umfangreiche Hilfen gesorgt und werde diese noch ausweiten.

          Frankreichs Präsident Sarkozy will am Montag in den Nahen Osten reisen. Er werde in Kairo, Ramallah und Jerusalem Gespräche führen, teilte der Élysée-Palast mit. Die Reise war schon länger geplant, weil Sarkozy französische UN-Soldaten im Südlibanon besuchen wollte. Er weitete sie aber angesichts der Krise aus. In der nächsten Woche wird auch eine EU-Delegation mit dem EU-Außenbeauftragten Solana in der Region erwartet.

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          Olmert: „Kein Interesse an einem langen Krieg“

          Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hatte am Donnerstag gesagt, Israel habe „kein Interesse an einem langen Krieg“. „Wir wollen nicht unsere Macht demonstrieren, aber wir werden sie einsetzen, wenn es nötig ist.“ Wie aus Regierungskreisen verlautete, machte Olmert den Einsatz einer internationalen Beobachtermission zur Vorbedingung für eine Waffenruhe im Gazastreifen.

          Papst Benedikt XVI. sagte in seiner Neujahrspredigt in Rom, der „massive Ausbruch der Gewalt“ im Gazastreifen dürfe nicht den Wunsch von Israelis und Palästinensern nach Frieden ersticken. Die besondere Sorge des Papstes galt den Christen im Gazastreifen. Mit einem „klugen und weitblickenden Beitrag aller“ politisch Verantwortlichen sei ein Zusammenleben in Frieden, Sicherheit und Würde möglich, sagte der Papst.

          Quelle: FAZ.NET

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