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Naher Osten Zwei Hamas-Mitglieder bei israelischem Raketenangriff getötet

01.09.2003 ·  Bei einem Raketenangriff israelischer Kampfhubschrauber auf Gaza-Stadt sind nach Angaben von Augenzeugen am Montag zwei Hamas-Funktionäre getötet und mindestens 20 weitere verletzt worden.

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Bei einem neuen israelischen Raketenangriff in der Stadt Gaza sind am Montag mindestens zwei Mitglieder der radikal-islamischen Hamas-Bewegung getötet worden.

Nach palästinensischen Angaben wurden 20 weitere Menschen verletzt, als Kampfhubschrauber mehrere Raketen auf ein Fahrzeug im Stadtzentrum abfeuerten. Bei den Getöteten handelte es sich um Hassan el Hersch und Ahead Subeih, Mitglieder des militärischen Hamas-Arms Issedin el Kassam.

Es war der sechste Angriff dieser Art in den vergangenen zwei Wochen. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum bei den umstrittenen Liquidierungs-Aktionen zehn Hamas-Aktivisten, zwei Angehörige der Polizeitruppe Force 17 sowie drei Passanten getötet.

Internationale Kritik

Die israelische Regierung will trotz wachsender internationaler Kritik an der Liquidierung von palästinensischen Extremisten festhalten. Angesichts der Angriffe ist die Führung der Hamas im Gazastreifen inzwischen in den Untergrund gegangen. Die israelische Regierung hat erklärt, sie sei zu diesen Aktionen gezwungen, weil die Palästinensische Autonomiebehörde sich weigere, die militanten Organisationen zu zerschlagen.

Nach dem Angriff versammelten sich Hunderte aufgebrachter Menschen um das brennende Fahrzeug der Hamas-Aktivisten und forderten Vergeltungsangriffe auf Israelis. Israel begann mit den Liquidierungen nach einem palästinensischen Selbstmordanschlag am 19. August, bei dem in Jerusalem 22 Menschen getötet wurden.

Raketenwerfer zerstört

Nach der gezielten Tötung des politischen Hamas-Führers Ismail Abu Schanab zwei Tage später beendeten alle militanten Palästinensergruppen ihre am 29. Juni verkündete, dreimonatige Waffenruhe mit Israel. Die Regierung Mahmud Abbas hat sich außer Stande erklärt, gegen die Extremisten vorzugehen, solange Israel die Angriffe gegen Extremisten fortsetzt.

Dessen ungeachtet zerstörten palästinensische Polizisten am Montagmorgen im Norden des Gazastreifens erstmal einen Raketenwerfer, von dem aus Hamas-Aktivisten am Wochenende eine Rakete auf die israelische Stadt Aschkelon abgefeuert hatten. Die Rakete schlug im Industriegebiet der Stadt ein, ohne Schaden anzurichten. Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas hat mit dem Einmarsch seiner Armee im autonomen Gazastreifen gedroht, falls die Palästinenser die Angriffe nicht stoppen.

Wenig Optimismus

Nach den Worten des außenpolitischen EU-Beauftragten Javier Solana gibt die Situation im Nahen Osten derzeit wenig Anlaß zu Optimismus. Die Lage sei kritisch, doch glaube er nach wie vor an eine friedliche Lösung des Konflikts, sagte Solana am Montag in der jordanischen Hauptstadt Amman, der dritten Station seiner Reise durch die Region. Zum Friedensplan des Nahost-Quartetts, gebe es keine Alternative. Solana wollte am Abend nach Israel zurückkehren, wo er mit Ministerpräsident Ariel Scharon zusammentreffen sollte.

Im offen ausgebrochenen Machtkampf zwischen Palästinenserpräsident Arafat und seinem Regierungschef Mahmud Abbas um die Kontrolle der Sicherheitsdienste haben sich nun auch die El-Aksa-Brigaden, ein bewaffneter Arm von Arafats Fatah-Bewegung, eingeschaltet. Das für den Süden des Westjordanlands zuständige Kommando bezichtigte Abbas in einer Erklärung der Israel-Hörigkeit und forderten ihn auf, die „Interessen des palästinensischen Volkes sowie seinen großen Führer“ zu verteidigen.

Unverhohlen drohte es, den „konspirativen Kräften und ihren niederen Komplotten“ nicht tatenlos zusehen zu wollen. Der Machtkampf zwischen Abbas und Arafat wird am Donnerstag auch das palästinensische Parlament beschäftigen. In einem Interview mit der regierungsnahen palästinensischen Zeitung „El Ajam“ sagte Parlamentspräsident Ahmed Korei, der Konflikt sei „nicht mehr hinzunehmen“. Es gehe nicht mehr darum, Differenzen auszuräumen. Der Konflikt könne nur beigelegt werden, wenn Arafat und Abbbas sich bereit erklärten zusammenzuarbeiten

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