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Naher Osten Peres: Angriffe waren Warnung

 ·  Israels Außenminister Peres versteht die Vergeltungsanschläge seines Landes als Warnung an PLO-Chef Arafat.

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Der israelische Außenminister Schimon Peres hat die jüngsten Angriffe auf palästinensische Regierungsgebäude im Westjordanland und dem Gazastreifen als Warnung an den Vorsitzenden der Autonomiebehörde Jassir Arafat bezeichnet. Arafat müsse die Extremisten in die Schranken weisen, die Attentate auf israelische Kinder verübten.

Möglicherweise seien die Anschläge ohne Arafats Wissen geschehen, doch habe Israel ihm die Schuldigen genannt, sagte Peres am Donnerstag. Vertreter der Palästinenser erklärten, Israel wolle ihnen mit den Angriffen seinen politischen Willen aufzwingen. „Wir werden keine weiße Fahne schwenken. Wir werden unseren Aufstand nicht beenden“, sagte Hussein el Scheich, ein ranghohes Mitglied der Fatah-Bewegung im Westjordanland.

Kritik aus Washington

Die amerikanische Administration kritisierte die israelischen Angriffe auf palästinensische Ziele unterdessen indirekt. Der Sprecher des Außenministeriums, Richard Boucher, sagte am Mittwoch in Washington, Israel habe das Recht, für seine Sicherheit zu sorgen. Washington glaube aber nicht, dass es für den Konflikt eine militärische Lösung gebe. Boucher rief beide Seiten dazu auf, die Gewalt zu verurteilen und das Blutvergießen zu beenden. Die palästinensische Autonomiebehörde müsse alles tun, den Terrorismus zu bekämpfen und Attentäter zur Verantwortung zu ziehen, sagte Boucher weiter.

Kurz zuvor hatten die USA ihr Veto gegen eine Resolution des UN-Sicherheitsrats eingelegt, in der eine UN-Beobachtertruppe zum Schutz der Palästinenser gefordert wurde. Es handelte sich um das erste Veto der USA seit 1997. Peres erklärte in Jerusalem, die USA seien über die Raketenangriffe nicht vorab informiert worden. Allerdings habe es sich angesichts der angespannten Lage nicht um einen Überraschungsangriff gehandelt. Israels Bandbreite von Vergeltungsmöglichkeiten sei begrenzt.

Neue Gefechte

Am Mittwochabend hatten die israelischen Streitkräfte palästinensische Regierungsgebäude im Westjordanland und Gazastreifen angegriffen. Nach offiziellen Angaben wurde dabei ein Mitglied der so genannten „Truppe 17“, der Elitepolizei Arafats getötet, rund 60 Palästinenser wurden verletzt. Dem Angriff vorausgegangen war am Mittwoch ein Selbstmordanschlag eines Palästinensers, bei dem außer dem Attentäter zwei israelische Jugendliche getötet wurden.

Bei neuen Zusammenstößen wurden am Donnerstag drei Palästinenser von israelischen Kugeln getötet. Nahe der jüdischen Siedlung Nezarim im Gazastreifen kam ein palästinensischer Polizist bei einem Gefecht mit israelischen Sicherheitskräften ums Leben, nahe dem Grenzübergang Eres wurden ein 13-jähriger und ein 17-jähriger Steinewerfer erschossen. Acht Jugendliche wurden verletzt.

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