03.06.2009 · Nachdem das Ansehen der Vereinigten Staaten im Nahen Osten unter seinem Vorgänger schwer gelitten hatte, macht Obama mit seinem Besuch in der Region deutlich, wie ernst er es mit einer Öffnung zur arabischen Welt meint. Fanatiker wird er damit trotzdem nicht erreichen.
Von Wolfgang Günter LerchDass der amerikanische Präsident Saudi-Arabien und Ägypten besucht, macht deutlich, dass er es mit seiner Politik der Öffnung gegenüber der arabischen Welt ernst meint. Unter seinem Vorgänger George W. Bush hatte Washingtons Ansehen in der Region schwer gelitten.
Obamas Treffen mit dem saudischen König Abdullah, dessen Land gegenwärtig die Führungsmacht der sunnitischen Muslime ist, war wichtig; doch viel mehr erwartet man in Arabien wie außerhalb von der Rede, die der Präsident an diesem Donnerstag in der ägyptischen Hauptstadt, dem altehrwürdigen Kairo, halten wird.
Obama hat schon zu Beginn seiner Amtszeit freundlichere Töne gegenüber der muslimischen Welt angeschlagen, warnt freilich selbst vor zu hohen Erwartungen. Die Konflikte in der Region, zu deren Lösung das amerikanische Engagement vonnöten ist, sind so komplex, dass schnelle Regelungen trotz einer verbesserten Stimmung nicht zu erwarten sind.
Die Fanatiker wird auch Obama nicht erreichen. Bin Ladin ließ in einer Stellungnahme schon keinen Zweifel daran, dass er Obama ebenso ablehne wie dessen Vorgänger.