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Naher Osten Neue Drohungen gegen Palästinenser

 ·  Israel hat den Palästinensern, große Teile der Autonomiegebiete wieder zu besetzen, falls Extremisten von dort weitere Raketen abfeuern.

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Israel hat den Palästinensern erstmals mit der langfristigen Wiederbesetzung großer Teile der Autonomiegebiete gedroht, falls Extremisten israelisches Territorium noch einmal mit Raketen beschießen.

Einen Tag nach schweren israelischen Luftangriffen auf die Stadt Gaza sagte ein Armeesprecher dem israelischen Militärsender, falls „auch nur eine weitere Kassam II-Rakete“ auf Israel abgefeuert werde, würden Soldaten die Raketenabschußgebiete übernehmen, um weite Angriffe zu verhindern. Israelische Berichte, wonach Palästinenser im Flüchtlingslager von Nablus (Westjordanland) in der Nacht eine Kassam II-Rakete gezündet hätten, wurden von palästinensischer Seite bestritten.

Die israelische Luftwaffe hatte am Sonntagabend und Montag mehrere große Gebäude der palästinensischen Sicherheitskräfte in Gaza mit Bomben und Raketen völlig zerstört. Zuvor hatten Palästinenser am Sonntag erstmals die zwei der im Gazastreifen entwickelten Kassam-II Raketen nach Israel abgefeuert. Dies sei jedoch „nicht die echte Antwort auf den Raketenangriff“ gewesen, sondern nur „eine Warnung“ erklärten führende Militärs dem Armeesender. Falls weitere Kassam-II Raketen in Israel einschlagen, will die Armee „sehr große Gebiete“ im autonomen Palästinenserland „für längere Zeit“ besetzen. Damit solle zwischen Israel und den potenziellen Raketenwerfern eine Pufferzone geschaffen werden, um die israelische Bevölkerung zu schützen.

Washington: Provokative Eskalation

Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser warnte am Dienstag: „So lange die Gefahr von Raketenbeschuss besteht, werden wir alles Nötige tun“. Allerdings plane man nicht die permanente Wiederbesetzung der autonomen Gebiete, wie sie von der radikalen Rechten in Israel gefordert wird.

Die amerikanische Regierung hatte den ersten Abschuss von Kassam-II Raketen auf Israel am Montag „zutiefst beunruhigend“ genannt und eine „provokative Eskalation“ genannt. Gleichzeitig aber verurteilte das Außenministerium in Washington die schweren Angriffe der israelischen Luftwaffe in Gaza, bei denen mindestens 70 Palästinenser verletzt wurden und unter anderem auch das Büro der Vereinten Nationen beschädigt worden ist. „Wir sind ernstlich besorgt über die israelischen Angriffe der vergangenen Tage“ sagte Außenamtssprecher Richard Boucher in Washington.

UN-Generalsekretär Kofi Annan verurteilte die zunehmende Gewalt im Nahen Osten. Annan sei „empört über die Bombardierung von palästinensischen Einrichtungen in Gaza in der Nähe von Bevölkerungszentren, die schwere Schäden an UN-Büros anrichteten und zwei UN-Angestellte verletzten“, erklärte Annans Sprecher Fred Eckard.

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Von Günther Nonnenmacher

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