05.09.2002 · Zwei Tage vor dem israelischen Neujahrsfest haben Sicherheitskräfte ein mit 600 Kilogramm Sprengstoff beladenes Auto abgefangen.
Die israelische Polizei hat am Donnerstag einen geplanten Anschlag riesigen Ausmaßes verhindert: Sicherheitskräfte fingen in der Nähe von Hadera ein mit 600 Kilogramm Sprengstoff beladenes Auto ab. Der israelische Außenminister Schimon Peres sagte, Israel sei einer Katastrophe entgangen.
Nach Ansicht der Polizei sollte die Bombe am jüdischen Neujahrsfest gezündet werden, das am Freitagabend beginnt. Wäre der Anschlag ausgeführt worden, hätte er „so viele Leben gekostet, dass er in einem Augenblick praktisch die gesamte politische Situation verändert hätte“, sagte Peres. Die Polizei erklärte, es sei ein „Mega-Angriff“ vereitelt worden. „Ich glaube, dass heute Morgen eine sehr große Tragödie abgewendet wurde“, sagte Polizeichef Jacob Borowski im israelischen Rundfunk.
Größter bisher entdeckter Sprengsatz
Eine Patrouille, die wegen des bevorstehenden Feiertags von Freiwilligen verstärkt wurde, beobachtete in der Nähe der nordisraelischen Stadt Hadera zwei aus dem Westjordanland kommende Autos. Sie seien auf der kurvigen und unbefestigten Straße verdächtig schnell gefahren, teilte die Polizei mit. Während der Verfolgungsjagd seien die Fahrer ausgestiegen und zu Fuß geflüchtet. Experten brachten den Sprengsatz zur kontrollierten Explosion.
Die am Benzintank angebrachte Bombe bestand Polizeiangaben zufolge aus 600 Kilogramm Sprengstoff, zwei Fässern Öl und Metallsplittern. Wie es weiter hieß, sollte die Explosion mit einem Handy ausgelöst werden. Es handele sich um einen der größten bisher entdeckten Sprengsätze. Nach den flüchtigen Palästinensern sei eine Großfahndung eingeleitet worden. In Israel hat es seit gut einem Monat keine Selbstmordanschläge mehr gegeben.
Barghuti lehnt Gericht ab
Vor einem israelischen Gericht begann am Donnerstag die Hauptverhandlung gegen den palästinensischen Politiker Marwan Barghuti. Dem 43-Jährigen wird als einem der Führer des palästinensischen Aufstandes Mord, versuchter Mord und Mitgliedschaft in terroristischen Organisationen vorgeworfen. Barghuti sagte, er erkenne die Zuständigkeit des Tel Aviver Gerichts nicht an. Eine Beteiligung an Selbstmordanschlägen in Israel hat er bestritten.