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Naher Osten Israel tötet Hamas-Führer

21.08.2003 ·  Nach der Liqudierung ihres Führers Ismail Abu Schanab hat die radikale Palästinenserorganisation Hamas am Donnerstag die Waffenruhe mit Israel für beendet erklärt.

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Die radikale Palästinenserorganisation Hamas hat am Donnerstag die sieben Wochen alte Waffenruhe mit Israel für beendet erklärt. Hamas-Sprecher Ismail Hania begründete den Schritt mit der Liquidierung des militanten Hamas-Führers Ismail Abu Schanab.

Schanabs Wagen explodierte am Mittag in einem belebten Viertel Gazas, nachdem ein israelisches Kampfflugzeug Raketen auf ihn abgefeuert hatte. Nach Krankenhausangaben wurden dabei 15 Passanten verletzt. Hania erklärte daraufhin, die Organisation fühle sich nun nicht mehr an den Waffenstillstand vom 29. Juni gebunden.

Israel hat bereits mehrfach Extremistenführer in gezielten Aktionen getötet, dies aber seit Erklärung der Waffenruhe ausgesetzt. Schanab war der ranghöchste von Israel getötete Palästinenser seit dem Tod des Führers der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP), Abu Ali Mustafa, vor zwei Jahren.

Bush unterstützt Scharon

Der gezielte Angriff folgte kurz nach einer Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts. Während des Treffens seien eine Reihe militärischer Maßnahmen gegen die Hamas und den Islamischen Dschihad beschlossen worden, berichtete der Armeerundfunk.

Beide Organisationen hatten sich zu dem Anschlag am Dienstagabend in der Altstadt von Jerusalem bekannt, bei dem ein Selbstmordattentäter 20 Menschen mit in den Tod riß. Die palästinensische Autonomiebehörde soll von Strafmaßnahmen verschont bleiben.

Der amerikanische Präsident George W. Bush stellte sich hinter Scharon. Fortschritte im Nahost-Friedensprozeß könne es nur mit einer Zerschlagung „terroristischer Organisationen“ geben, erklärte Bushs Sprecher Scott McClellan in Crawford. Dafür sei die palästinensische Autonomiebehörde verantwortlich. Der amerikanische Sonderbeauftragte John Wolf traf am Donnerstag in Jerusalem ein, um die Umsetzung des Friedensplans des Nahost-Quartetts zu retten.

„Unverantwortliches Vorgehen“

Die Palästinensische Autonomiebehörde verurteilte die Liquidierung als „unverantwortlich“. Ministerpräsident Abbas hatte sich nach dem Attentat vom Dienstag von den Radikalen distanziert und als ersten Schritt angeordnet, alle direkt an dem Anschlag Beteiligten festzunehmen. „Das ist eine Kampagne, die sich Hamas und Islamischer Dschihad nicht in ihren schlimmsten Albträumen ausgemalt haben“, sagte ein Sprecher des palästinensischen Sicherheitschefs Mohammed Dahlan. „Es gibt eine Liste von Personen, die festgenommen werden sollen.“

Zuvor hatte es zwischen Abbas und dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat offenbar große Differenzen bezüglich des Vorgehens gegen die Extremisten gegeben. In einer Sitzung in Ramallah soll es in der Nacht zum Donnerstag zwischen beiden zu lautstarken Wortgefechten gekommen sein.

Uneinigkeit in Palästinenser-Führung

Während Abbas nach Informationen aus Teilnehmerkreisen ein härteres Vorgehen gegen Extremisten forderte, mahnte Arafat zur Zurückhaltung. Ansonsten könne es zu einem Bürgerkrieg kommen. Abbas habe mit seinem Rücktritt gedroht, falls Arafat sein Vorgehen nicht voll unterstütze.

In einer weitgehend allgemein gehalten Erklärung verurteilte die palästinensische Führung anschließend den Selbstmordanschlag. Sie verständigte sich darauf, weiter an der Umsetzung des internationalen Friedensplans zu arbeiten.

Die so genannte Road Map fordert von den Palästinensern die Auflösung der militanten Organisationen. Laut der Erklärung will die Autonomiebehörde die Waffen der Extremisten unter Kontrolle bringen. Außerdem sollen öffentliche Kundgebungen der militanten Gruppen verboten werden.

Israelische MIlitäraktionen

Die israelische Regierung startete unterdessen in den Städten Nablus, Dschenin und Tulkarem im Westjordanland erste Militäraktionen. Truppen rückten am Donnerstagmorgen mit Panzern ein und durchsuchten Häuser. Mindestens 20 mutmaßliche Extremisten wurden festgenommen. In Hebron zerstörten Soldaten das Haus des Attentäters. In Tulkarem erschossen Soldaten nach palästinensischen Angaben am Mittwochabend einen 16-jährigen.

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