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Naher Osten Israel sagt Gaza-Offensive ab

 ·  Doch kein Einmarsch in den Gazastreifen: Die israelische Armee will ihre Reservisten wieder heimschicken, heißt es am Sonntag.

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Auch nach dem Verzicht auf eine Militäroffensive im Gazastreifen behält sich Israel alle Optionen auf Vergeltung für den jüngsten palästinensischen Terroranschlag vor. Das erklärte Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser am Sonntag im israelischen Rundfunk.

„Wer glaubt, wir hätten aufgegeben, irrt sich“, betonte der Minister. Zugleich sprach sich Ben-Elieser dafür aus, Israels Erzfeind Syrien in die geplante Nahost-Konferenz im Juni mit einzubeziehen. Auf ihrem Gipfeltreffen im ägyptischen Scharm el Scheich machten Syrien, Ägypten und Saudi Arabien jedoch die Anwesenheit von Palästinenserführer Jassir Arafat zur Bedingung für ihre Teilnahme. In der Geburtskirche von Bethlehem fand am Sonntag unter großem Andrang der erste Gottesdienst nach der fünfwöchigen Belagerung statt.

Ministerpräsident Ariel Scharon und Ben-Elieser hatten sich nach israelischen Berichten gegen eine Militäroffensive im Gazastreifen entschieden, nachdem Details der Planungen an die Öffentlichkeit durchgesickert waren. Dies hätte eine Festnahme militanter Palästinenser erschwert und die Zahl der Opfer auf beiden Seiten erhöht, hieß es. Nach Angaben der israelischen Zeitung „Haaretz“ führte Scharon auch das „günstige diplomatische Klima“ nach seinem Besuch in Washington gegen den Einsatz an. Der Einmarsch war als Vergeltung für den palästinensischen Selbstmord-Anschlag in Rischon Lezion erwartet worden. Bei dem Anschlag waren am Dienstag 15 Israelis getötet worden.

Ben-Elieser stellt sich gegen Scharon

Ben-Elieser stellte sich mit seiner Forderung, Damaskus an der Nahost-Konferenz zu beteiligen, deutlich gegen Scharon. Dieser will Syrien als „Staat, der Terror unterstützt“, ausschließen. Mit Blick auf eine Teilnahme Arafats zeigte Israels Außenminister Schimon Peres in Rom Entgegenkommen: Israel würde sich auch mit Arafat an einen Tisch setzen, sagte er der Mailänder Zeitung „Corriere della Sera“.

Ägyptens Präsident Husni Mubarak, Syriens Präsident Baschar el Assad und der saudische Kronprinz Abdullah erklärten in Scharm el Scheich, der saudische Friedensplan sei die einzige Basis für neue Verhandlungen. Danach wollen die arabischen Staaten die Beziehungen zu Israel normalisieren, wenn Israel sich auf die Grenzen vor 1967 zurückzieht und in den besetzten Gebieten ein palästinensischer Staat entsteht.

Die zyprische Regierung bestand unterdessen darauf, dass die 13 aus der Geburtskirche in Bethlehem abgeschobenen Palästinenser die Insel bis Mittwoch verlassen müssten. Die EU-Außenminister wollen am Montag darüber entscheiden, auf welche Länder die Männer verteilt werden sollen.
In Bethlehem drängten sich am Sonntag mehr als tausend Menschen zum ersten Gottesdienst in der Geburtskirche nach dem Ende der 39- tägigen Belagerung. Christen, Moslems, Palästinenser, israelische Araber, Politiker und Diplomaten nahmen an den katholischen, griechisch-orthodoxen und armenisch-orthodoxen Messen teil. Augenzeugen berichteten von emotionalen Szenen und ausgelassener Stimmung in der Kirche und auf dem Krippenplatz davor.

Anschlan von Siedlern vereitelt

Streit gab es dagegen um mehr als 40 gefundene Sprengsätze nach Räumung der Kirche am Freitag. Die Palästinenser und bis dahin in der Kirche Eingeschlossene sagten, es habe keine Bomben in der Kirche selbst gegeben. Sie müssten außerhalb gewesen sein. Dagegen betonte die Armee, selbst gebastelte palästinensische Sprengsätze seien in der Kirche und auf dem Gelände gefunden worden.

Unterdessen wurde bekannt, dass die israelische Polizei vor zwei Wochen möglicherweise einen schweren Terroranschlag jüdischer Siedler auf eine palästinensische Mädchenschule in Ost-Jerusalem vereitelt hat. Nach israelischen Medienberichten hatten zwei Siedler im arabischen Stadtteil Atur nachts einen Anhänger mit Sprengstoff und Zeitzünder vor der Schule abgestellt.

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Von Philip Eppelsheim

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