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Naher Osten Hamas-Sicherheitschef bei israelischem Luftangriff getötet

09.06.2006 ·  Er stand auf Israels Fahndungslisten ganz oben, jetzt starb er bei einem Luftangriff: Dschamal Abu Samhadana war das ranghöchste Opfer unter den Extremisten seit Jahren. Hamas kündigte blutige Rache an.

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Die israelischen Streitkräfte haben bei einem Luftangriff den Sicherheitschef der palästinensischen Hamas-Regierung getötet. Dschamal Abu Samhadana ist der ranghöchste palästinensische Extremist seit vier Jahren, der durch einen israelischen Angriff ums Leben kam. An der Trauerfeier für den 43jährigen nahmen am Freitag im Gazastreifen Zehntausende Palästinenser teil, die Hamas kündigte blutige Rache an.

Abu Samhadana war Führer des militanten Volkswiderstandskomitees (PRC) und zuletzt auch Sicherheitschef der Hamas-Regierung, was nicht nur in Israel, sondern auch bei der Fatah-Organisation des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas auf Empörung stieß. Nach israelischen Militärangaben wurde Abu Samhadana bei einem Luftangriff auf das Ausbildungslager der PRC am späten Donnerstag abend tödlich getroffen. Die in dem Lager versammelten Extremisten hätten einen groß angelegten Angriff auf Israel geplant, hieß es. Bei dem Luftangriff wurden vier Raketen abgefeuert. Neben Abu Samhadana starben nach Polizeiangaben drei weitere Menschen, zehn wurden verletzt.

Einer der meistgesuchten palästinensischen Extremisten

Samhadana stand auf Platz zwei der von Israel meistgesuchten palästinensischen Extremisten und galt als Drahtzieher zahlreicher Raketenangriffe auf Israel. Außerdem soll er für einen Bombenanschlag auf einen amerikanischen Konvoi im Gazastreifen 2003 verantwortlich gewesen sein. Die Ernennung des Sprengstoffexperten zum Sicherheitschef der Hamas-Regierung wurde mit dafür verantwortlich gemacht, daß es in den vergangenen Wochen zu den Kämpfen zwischen Anhängern der Hamas und der Fatah im Gazastreifen kam, bei denen zehn Menschen getötet wurden.

Der Sprecher des von der Hamas geführten palästinensischen Innenministeriums, Chaled Abu Hilal, sprach von einer „kriminellen Ermordung“. Alle Palästinenser hätten das Recht, „mit allen Mitteln auf dieses hässliche Verbrechen zu reagieren“. Auch PRC-Sprecher Abu Abir kündigte Vergeltung an: „Die Zionisten und Israelis haben mit der Ermordung von Abu Samhadana die Tore der Hölle geöffnet.“

Für die Trauerfeier wurde in einem Stadion im Gazastreifen eine provisorische Moschee eingerichtet. Mehrere hundert Bewaffnete marschierten dort mit sechs Raketenwerfern und sechs selbst gebauten Raketen auf. Andere hatten Gewehre und Handgranaten dabei. Auf die israelische Stadt Sderot wurden am Freitag drei Raketen abgefeuert, dabei wurde ein Gebäude getroffen. Berichte über Verletzte gab es nach Militärangaben nicht.

Hamas gegen Abbas´ Referendum

Auch nach der Festlegung eines Termins bleibt Hamas bei ihrem Widerstand gegen das Referendum über den Plan zur nationalen Einigung. „Wir brauchen kein Referendum“, sagte Ministerpräsident Ismail Hanija der israelischen Zeitung „Jediot Ahronot. „Wir werden uns verständigen“, fügte er hinzu. Die Hamas tue alles, um den nationalen Dialog zwischen den rivalisierenden Palästinenserorganisationen zum Erfolg zu führen. Die Hamas und die Fatah von von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ringen seit Wochen um die Macht in den Autonomiegebieten. Abbas legte am Donnerstag den 31. Juli als Termin für den von ihm vorgeschlagenen
Volksentscheid fest.

Wegen der innenpolitischen Entwicklungen sagte Abbas einen geplante Besuch nach Indonesien ab, wie das Außenministerium in Jakarta am Freitag mitteilte. Abbas sollte in zwei Wochen zu Gesprächen über den Nahost-Friedensprozeß in Indonesien eintreffen.

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Von Günther Nonnenmacher

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