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Naher Osten Etwa 50 Tote bei Anschlägen im Irak

10.07.2005 ·  Eine Bombe vor einer Rekrutierungsstelle der Armee hat in Bagdad 25 Menschen in den Tod gerissen. Eine achtköpfige schiitische Familie wurde ermordet aufgefunden. Weitere Anschläge gab es in Kirkuk und Mossul.

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Bei insgesamt sechs Selbstmordanschlägen sind im Irak am Sonntag mindestens 48 Menschen in den Tod gerissen worden.

Der folgenschwerste Terrorakt richtete sich gegen eine Rekrutierungsstelle der irakischen Streitkräfte bei Bagdad. Dort kamen 25 Menschen ums Leben, 49 wurden verletzt. Der Täter zündete die Bombe, nachdem sich rund 400 Bewerber für den Militärdienst versammelt hatten.

Selbstmordattentat in Mossul

In der Nähe der nordirakischen Stadt Mossul steuerte ein Selbstmordattentäter sein mit Sprengstoff präpariertes Auto in einen Polizeikonvoi. Dabei wurden vier Polizisten getötet und drei verletzt. In dem Konvoi befand sich ein Brigadegeneral, der unverletzt blieb.

Ein dritter Anschlag kostete in Kirkuk mindestens vier Zivilpersonen das Leben, 15 wurden verletzt. Die Autobombe explodierte auf einer Schnellstraße, die meisten Opfer waren Einwohner auf dem Weg zum Krankenbesuch in einer nahe gelegenen Klinik.

Schiitische Familie ermordet aufgefunden

An der Grenze zu Syrien sprengten sich zwei Selbstmordattentäter in die Luft. Mindestens sieben irakische Zollbeamte wurden getötet, wie ein Sprecher der amerikanischen Streitkräfte, Jeffrey Pool, erklärte. Die amerikanischen Truppen hätten den Grenzübergang nach dem Anschlag auf irakischer Seite geschlossen.

In Bagdad wurde eine schiitische Familie ermordet aufgefunden. Sieben Kinder und ihre Mutter seien in ihren Betten erschossen worden, teilte die Polizei mit. Nur ein Sohn habe seine Verletzungen überlebt. Der Familienvater war zur Tatzeit nicht zu Hause. Er machte eine sunnitische Familie für die Morde verantwortlich.

Offensive amerikanischer Truppen

Bei weiteren Angriffen kamen unter anderem zwei irakische Mitarbeiter eines ägyptischen Mobilfunkunternehmens ums Leben. Seit Vereidigung der neuen irakischen Übergangsregierung am 28. April sind schon mehr als 1.500 Menschen bei Anschlägen getötet worden.

Die jüngste Eskalation der Gewalt fiel zusammen mit einer neuen Offensive von amerikanischen Truppen und irakischen Militäreinheiten in der Umgebung der Rebellenhochburg Falludscha. Bei einer Razzia im Dorf Saidan, 30 Kilometer südöstlich von Falludscha, wurden nach Militärangaben 22 Verdächtige verhaftet. An der Militäraktion mit der Bezeichnung „Operation Krummsäbel“ sind 500 amerikanische Marineinfanteristen beteiligt. Bei der Detonation einer am Straßenrand deponierten Bombe wurden im Südosten von Bagdad fünf amerikanische Soldaten verletzt.

Kritik am Verhalten der amerikanischen Truppen

Der irakische Ministerpräsident Ibrahim al Dschaafari kritisierte die Erschießung von Terrorverdächtigen seitens der amerikanischen Truppen. Verdächtige müßten verfolgt werden, dies müsse aber auf eine zivilisierte Art geschehen.

Dschaafari erklärte vor Journalisten, die Soldaten sollten in der Nähe von Kontrollpunkten zunächst auf die Reifen eines verdächtigen Fahrzeugs schießen. Militärsprecher Steven Boyland verwies indessen auf den häufigen Einsatz von Autobomben. Für die Soldaten sei es schwer, zwischen normalem Verkehr und einer gefährlichen Bedrohung zu unterscheiden.

Für Spannungen zwischen Kairo und Bagdad sorgten unterdessen Äußerungen eines irakischen Regierungssprechers, wonach sich der ermordete ägyptische Gesandte Ihab al Scharif vor seiner Entführung mit Rebellen treffen wollte. Regierungschef Dschaafari sagte allerdings am Sonntag, dafür gebe es keine Hinweise.

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