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Naher Osten CIA: „Syrien besitzt Chemiewaffen“

Amerika verstärkt den Druck auf Syrien: Das Land besitze chemische Waffen. Nach den Worten Außenminister Powells prüft Amerika „Maßnahmen“ gegen Syrien, das verdächtigt wird, Mitgliedern des irakischen Regimes Zuflucht zu gewähren.

© Vergrößern

Die Vereinigten Staaten haben Syrien als „Schurkenstaat“ bezeichnet und prüfen diplomatische und wirtschaftliche Schritte gegen das Nachbarland des Iraks. „Syrien ist in der Tat ein Schurkenstaat“, sagte der Sprecher von Präsident George W. Bush, Ari Fleischer, am Montag. Es gebe Erkenntnisse des Geheimdienstes CIA, dass Syrien Chemiewaffen besitze, so Fleischer.

Auch Pentagon-Chef Donald Rumsfeld erklärte, es lägen Informationen über syrische C-Waffen-Tests in den vergangenen 12 bis 15 Monaten vor. Wie zuvor Präsident Bush, Rumsfeld und Außenminister Colin Powell forderte auch Fleischer Syrien dazu auf, Mitgliedern des irakischen Regimes keine Zuflucht zu gewähren und Terroristen nicht länger zu unterstützen.

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Die Führung in Damaskus müsse „ernsthaft darüber nachdenken, welche Rolle Syrien künftig auf der Welt einnehmen will“, sagte Fleischer. Auf die Frage, ob Syrien das nächste Land auf der amerikanischen „Zielliste“ sei, antwortete Fleischer: „Ich kann Ihnen sagen, wer der nächste auf der Zielliste ist: der Irak. Wir haben unsere Militäraktion dort noch nicht beendet, und der Wiederaufbau steht an. Das ist unser nächstes Ziel.“

bushsyria © AP Vergrößern Verschärft den Ton gegenüber Damaskus: George W. Bush

„Wir prüfen Maßnahmen“

Die Vereinigten Staaten erwägen nach Angaben von Außenminister Powell, gegen Syrien diplomatische und wirtschaftliche Schritte einzuleiten. „In Bezug auf Syrien werden wir natürlich mögliche Maßnahmen diplomatischer, wirtschaftlicher oder anderer Art prüfen, wenn wir voranschreiten“, sagte er.

„Im Lichte dieser neuen Umgebung sollten sie (die syrische Regierung) ihr Vorgehen und ihr Verhalten prüfen, nicht nur in Bezug darauf, wer Zuflucht in Syrien erhält, und auf Massenvernichtungswaffen, sondern insbesondere auf die Unterstützung von Terroristen“, fügte Powell hinzu. In den vergangenen Tagen hatte sich der Ton Amerikas gegenüber Syrien verschärft. Der Chef des amerikanischen Zentralkommandos in Qatar, Tommy Franks, schloss sich der scharfen Kritik seiner Regierung an Syrien an. In Irak würden „Söldner“ aus Syrien „und einigen anderen Ländern“ im Kampf gegen die Alliierten eingesetzt. Kämpfer aus diesen Ländern seien „gefunden und identifiziert“ worden. „Sie sind in den vergangenen Monaten nach Irak gekommen, um Selbstmordanschläge auszuführen oder in kleine Gefechte einzutreten.“

Israelischer Verteidigungsminister warnt Syrien

Auch der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas hat Syrien kritisiert. Er forderte die Regierung in Damaskus auf, die Führer palästinensischer Extremistengruppen auszuweisen. Syrien müsse überdies die Bedrohung Israels durch die libanesische Hizbullah-Miliz beenden. Mofas sagte am Montag im israelischen Armeesender, man müsse die Entwicklung in der Region sorgfältig beobachten. Die amerikanische Regierung habe Damaskus „eine gelbe Karte gezeigt“.

Nach Informationen der „Washington Times“ sind mehrere führende irakische Waffenexperten nach Syrien geflohen, um von dort möglicherweise nach Frankreich weiterzureisen. Unter ihnen befänden sich Huda Sali Nahdi Ammasch, die den Spitznamen „Dr. Anthrax“ habe, und Rihab Taha, beides Top-Wissenschaftlerinnen des biologischen Waffenprogramms, berichtete das Blatt. Ammasch steht auf der Liste der 55 von den Alliierten meistgesuchten Spitzenkräfte.

Arabische Liga warnt

Syrien wies den Vorwurf zurück, es habe die irakische Führung unterstützt. Und auch die Vermutung, dass Massenvernichtungswaffen aus Irak im Land gelagert werden, die vor den Alliierten versteckt werden sollten, sei „haltlos“, sagte der syrische Außenminister Faruk el Schara in Damaskus. Dies gelte auch für den Vorwurf, dass Syrien Militärmaterial nach Irak geliefert haben soll. Damaskus habe seine Grenze zum Nachbarland Irak inzwischen geschlossen.

Der syrische Präsident Baschar el-Assad hat offen erklärt, er fürchte, dass sein Land zum Opfer der amerikanischen Pläne werden könne, wenn Washington die „gesamte nahöstliche Region neu ordnen will“. Assad verwies darauf, dass die Amerikaner offenbar „ihren Weg von Bagdad nach Jerusalem gehen wollen, um den Palästinenserkonflikt zu lösen“. Auch der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, warnte Amerika davor, das explosive politische Klima in der Region durch unbedachte Anschuldigungen gegen Syrien weiter anzuheizen.

Straw : Syrien ist nicht das nächste Angriffsziel

Nach den Worten des britischen Außenministers Jack Straw haben Washington und London nicht die Absicht, nach Irak auch das Nachbarland Syrien anzugreifen. Großbritannien habe klar gemacht, dass Syrien nicht als nächstes auf der Liste möglicher Angriffsziele stehe, sagte Straw am Montag in Bahrain beim Auftakt seiner Reise durch die Golfregion. Eine derartige Liste gebe es überhaupt nicht.

Straw fügte an, er sei nicht sicher, ob Syrien Chemiewaffen entwickelt. Weitere Gespräche mit der Regierung in Damaskus seien erforderlich.

Quelle: @cop, @sat

 
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Veröffentlicht: 15.04.2003, 09:33 Uhr

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