26.11.2006 · Der Waffenstillstand war kaum zwei Stunden alt, als wieder Raketen von palästinensischem Gebiet gegen Israel abgefeuert wurden. Nun droht Israel mit der Wiederaufnahme seiner Militäreinsätze im Gazastreifen, sollte die palästinensische Regierung nicht in der Lage sein, die vereinbarte Waffenruhe umzusetzen.
Nach einem palästinensischen Raketenangriff wenige Stunden nach einem Waffenstillstand hat Israel am Sonntag mit einer Wiederaufnahme seiner Militäreinsätze im Gazastreifen gedroht.
Falls Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und die palästinensischen Bewegungen, die den Waffenstillstand unterschrieben hätten, nicht in der Lage seien, diese auch umzusetzen, werde Israel zur Verteidigung seiner zivilen Bevölkerung handeln, erklärte der israelische Verteidigungsminister Amir Peretz. Jeder versuchte Raketenbeschuß in Richtung Israel werde wie eine Verletzung des Waffenstillstands betrachtet.
Die Waffenruhe bleibt fragil
Peretz' Stellvertreter Ephraim Sneh räumte ein, daß die Waffenruhe fragil bleibe, solange sich an den grundsätzlichen Bedingungen im Gazastreifen nichts ändere. Auf die Frage, wie der jüdische Staat auf sporadische Raketenangriffe reagieren werde, sagte er im Rundfunk: „Das hängt von der Situation ab.“ Nach Angaben des öffentlichen israelischen Rundfunks stellte Israel im Rahmen der Waffenruhe auch die gezielte Tötung radikaler Palästinenser ein.
Für den Abschuß von drei Raketen etwa zwei Stunden nach Inkrafttreten des Waffenstillstands um sechs Uhr Ortszeit (05.00 Uhr MEZ) übernahmen der militärische Arm der Hamas, die Essedin-el-Kassam-Brigaden, sowie der Islamische Dschihad die Verantwortung.
Ein Sprecher der Hamas-Regierung, Ghasi Hamad, verurteilte in einem Interview mit dem israelischen Militärrundfunk die Angriffe. Alle palästinensischen Gruppen, der Islamische Dschihad eingeschlossen, hätten den Waffenstillstand unterzeichnet. Nun müsse alles unternommen werden, um ihn zu bewahren.