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Nach schwerem Ski-Unfall Ärzte: Wohl keine bleibenden Schäden bei Althaus

02.01.2009 ·  Einen Tag nach seinem schweren Ski-Unfall wird der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus derzeit aus dem künstlichen Koma geholt. Sein Zustand gilt als stabil. Nach Angaben der Ärzte ist wahrscheinlich, dass Althaus keine bleibenden Schäden zurückbehalten wird. Die neurologischen Untersuchungen seien gut verlaufen, teilten sie mit.

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Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus wird seinen schweren Skiunfall in Österreich wahrscheinlich ohne bleibende Schäden überleben. Die neurologischen Untersuchungen seien gut verlaufen, teilten seine Ärzte in der Klinik in Schwarzach in der Steiermark mit. Er war aber am Freitag noch nicht ansprechbar. Die Mediziner verringerten die Dosis der Medikamente, mit denen der CDU-Politiker in ein künstliches Koma versetzt wurde. Er könnte am Samstag aufwachen, ist aber nach wie vor nicht transportfähig.

Bei dem Zusammenstoß mit einer Skifahrerin, die auf dem Weg ins Krankenhaus starb, erlitt Althaus eine schwere Schädelhirnverletzung. Nach Mitteilung der Mediziner handelt es sich um eine Blutung im Schläfenlappen des Großhirns und eine Schwellung. Es sei eine Verletzung, die relativ häufig vorkomme, sagte der Leiter der Unfallchirurgie, Franklin Genelin, auf einer Pressekonferenz in der Klinik.

Der Thüringer Bauminister Gerold Wucherpfennig sagte, er denke, dass Althaus zu 100 Prozent wieder genesen werde. „Er ist ein Kämpfer. Er ist sehr sportlich. Sein Körper ist gut durchtrainiert“, sagte der Weggefährte des Politikers auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit den Ärzten.

Schuldfrage ungeklärt - keine Augenzeugen

Die Schuldfrage bleibt unterdessen weiter ungeklärt. Nach Berichten der österreichischen Boulevardzeitung „Österreich“ vom Freitag fuhr der 50-jährige Politiker von der rechten, schwereren Abfahrt „Die Sonnige“ in die von links kommende, leichtere „Panorama- Abfahrt“ des Skigebietes Riesneralm ein.

Der genaue Unfallhergang wird nur schwer zu rekonstruieren sein. Es gibt keine Augenzeugen, die den Unfall beobachtet haben. Der Sicherheitsbeamte, der Althaus begleitete, und der Ehemann der getöteten Slowakin seien hinter den beiden Verunglückten hergefahren und hätten den Unfall nicht gesehen, hieß es. Althaus und die Frau seien „offensichtlich frontal kollidiert“, berichtete Schnabel. Ob die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung einleitet, stand zunächst nicht fest.

Keine eindeutige Vorfahrtsregelung

Der Regierungschef hätte aus seiner Sicht rechts in Richtung Tal auf die andere Piste einbiegen müssen. Der Zusammenprall ereignete sich auf der linken Seite der Einmündung. Wer in der Situation Vorfahrt habe, sei uneindeutig, sagte Schnabl. Nach den Sicher Ski fahren: Die Verhaltensregeln des Internationalen Skiverbands (FIS) gelte lediglich die Pflicht zur „gegenseitigen Rücksichtnahme“.

Nach Angaben des Geschäftsführers der Riesneralm-Bergbahnen, Josef Petz, ereignete sich an der Stelle bislang noch keine Kollision. Die Einmündung ist durch Warnhinweise und ein Absperrgitter gesichert, hinter dem die Verletzten aufgefunden worden waren. Der Schnee sei an der Stelle griffig gewesen, es sei keine Bodenwelle entdeckt worden. Die Ermittler gehen nicht von überhöhter Geschwindigkeit als Unfallursache aus. Beide Skifahrer waren nach Aussagen der Begleiter einige Meter oberhalb noch stehengeblieben. Die Sichtverhältnisse zum Unfallzeitpunkt waren den Angaben zufolge einwandfrei.

Leiche der Frau soll obduziert werden

Dem Bezirkschef des Roten Kreuzes, Ewald Bauer, zufolge hatten die nachkommenden Sicherheitsbeamten des Regierungschefs den Bergrettungsdienst alarmiert. Althaus habe jegliche Behandlungen zunächst verweigert und die Sanitäter zu der am Boden liegenden Frau geschickt. Althaus habe selbst eine Stunde später im Tal nur über Schulterprobleme geklagt. Ein Notarzt habe dann aber „gewisse Symptome“ eines Schädel-Hirn-Traumas festgestellt und den Hubschrauber gerufen.

Althaus gilt als versierter Skifahrer. Auch die Frau war laut Schnabl keine Anfängerin. Ihre Leiche soll zur Klärung der Todesursache obduziert werden. Einzige Anhaltspunkte in den Ermittlungen sind Schnabel zufolge die Kleidungsstücke der Beteiligten. Nach Angaben eines Arztes wird sich der Regierungschef nach seinem Erwachen aus dem Koma vermutlich nicht mehr an den Unfall erinnern können.

Tödlich verunglückte Skifahrerin trug keinen Helm

Nach Informationen der „Kronenzeitung“ erlitt die in den Vereinigten Staaten lebende Slowakin noch an der Unfallstelle einen Herzstillstand, konnte jedoch zunächst von Mitarbeitern des Rettungsteams wiederbelebt werden, bevor sie auf dem Weg zu einem Krankenhaus starb. Die bei dem tragischen Unglück ums Leben gekommene trug laut Polizei - anders als Althaus - keinen Helm. Die 41 Jahre alte Frau war den österreichischen Behörden zufolge vierfache Mutter, deren jüngstes Kind am (morgigen) Samstag ein Jahr alt wird.

Althaus, der nach dem Unfall zunächst ansprechbar war, wurde später mit Komplikationen in die Spezialklinik nach Schwarzbach geflogen. Seine Ehefrau ist inzwischen in der Klinik eingetroffen, berichtete „Österreich“. Althaus, der von den Ärzten in den künstlichen Tiefschlaf versetzt wurde, hat nach offiziellen Angaben eine ruhige Nacht verbracht.

Diezel übernimmt Amtsgeschäfte

Kanzlerin Angela Merkel reagierte „tief betroffen und schockiert“ auf den Unfall und wünschte Althaus eine rasche Genesung. Die Amtsgeschäfte des thüringischen Ministerpräsidenten hat einstweilen seine Stellvertreterin und Finanzministerin Birgit Diezel (CDU) übernommen. „Die Landesregierung ist handlungsfähig“, sagte Diezel am Freitag in Erfurt. Die Politik werde mit Besonnenheit fortgeführt. Der Skiunfall habe im Land große Bestürzung ausgelöst. „Wir haben aber auch viel Zuspruch erfahren.“ Das Kabinett gehe davon aus, dass Althaus bald wieder an seinem Schreibtisch Platz nehmen könne. „Ich baue auf seine Fitness - wir alle bauen darauf“, sagte Diezel.

Das Kabinett werde sich wie geplant am kommenden Dienstag treffen, um über das Programm zur Ankurbelung der Wirtschaft zu sprechen, sagte Staatskanzleiminister Klaus Zeh (CDU). Außerdem werde er als Verhandlungsführer für Thüringen die Details des Konjunkturpaketes der Bundesregierung beraten.

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