http://www.faz.net/-gpf-743h7

Nach Sandy droht die Kälte : In New York fehlt Heizöl

  • Aktualisiert am

Heizöl und Benzin sind knapp - der Staat will seine Reserve anzapfen. Bild: REUTERS

Der Wirbelsturm ist vorüber, aber: Millionen Haushalte an der Ostküste sind immer noch ohne Strom. Nun droht Heizöl auszugehen - und es wird kalt in New York.

          Wer im Nordosten der Vereinigten Staaten den Wirbelsturm „Sandy“ glücklich überstanden hat und noch ein Dach über dem Kopf besitzt, könnte bald schon vor einem neuen Problem stehen: Das Heizöl ist knapp, und die weit verbreiteten Stromausfälle bedeuten für viele Bewohner eisige Wohnungen. Ein Kälteeinbruch im Großraum New York wird voraussichtlich Anfang nächster Woche die Temperaturen auf zwei bis drei Grad Celsius sinken lassen. Tausende Amerikaner in den besonders vom Sturm heimgesuchten Bundesstaaten New York, New Jersey oder Connecticut müssen dann voraussichtlich ohne Heizung auskommen.

          In einigen Regionen von New York mussten die Heizölhändler die Lieferungen am Freitag bereits rationieren. Wann sie wieder Nachschub erhalten, ist unklar. 5,8 Millionen Haushalte sind im Nordosten vom Heizöl abhängig. Es ist der weltweit größte Heizölmarkt.

          Verzweiflung an der Zapfsäule Bilderstrecke
          Verzweiflung an der Zapfsäule :

          3,5 Millionen Haushalte ohne Strom

          Hinzu kommt, dass fast 3,5 Millionen Haushalte und Geschäfte an der Ostküste am Freitag noch ohne Strom waren. Die Stromversorgung wird sich wohl im Lauf der nächsten Woche verbessern. Wer aber seine Wohnung mit Öl heizen muss, hat noch längst nicht ausgesorgt.

          Die amerikanische Regierung versucht, die Öl-Knappheit zu mildern, indem sie strategische Reserven freigibt. Doch das wird kaum ausreichen. Öl-Terminals, wo normalerweise die Tanker entladen werden, können nicht arbeiten, weil sie keinen Strom haben. Und in mindestens zwei wichtigen Raffinerien in New Jersey ruht die Arbeit wegen Überflutung. Zu allem Überfluss kommen Transporte wegen Schäden an Straßen und Brücken nicht zu den Wohnhäusern durch.

          Ölhändler können nicht mehr liefern

          Und so berichten viele Heizöl-Händler, die normalerweise die New Yorker beliefern, ihnen sei das Brennmaterial bereits ausgegangen. „Das war das letzte“, sagt Nick DeMaria, ein Manager in einem Öllager in Brooklyn. „Ich habe eine ganze Reihe Tanklastwagen da unten stehen, und die bekommen kein Öl. Wenn es jetzt kalt wird, müssen die Leute aber heizen können.“

          Vincent Savino, der Chef einer anderen Firma, die in New York City 2000 Häuser beliefert, sagt: „Es ist kein Heizöl zu bekommen. Ich weiß nicht, wie viel wir hier noch haben. Vielleicht noch für einen oder zwei Tage.“ Und der Wetterbericht verheißt nichts Gutes. Meteorologen rechnen für New York City in den kommenden Tagen mit Temperaturen, die unter dem Durchschnittswert für Anfang November liegen.

          Benefizkonzert mit Billy Joel

          Unterdessen haben einige Musikgrößen in New York ein Benefizkonzert gegeben, dessen Erlös Opfern des Sturmes „Sandy“ zugute kommen soll. In dem Konzert spielten unter anderen Billy Joel, Bon Jovi, Bruce Springsteen und Christina Aguilera. Ein ähnliches Konzert hatte es beispielsweise auch nach den Terrorangriffen im September 2001 gegeben.

          Quelle: FAZ.NET/Reuters

          Weitere Themen

          Ein echtes Vorbild

          Kolumne „Nine to five“ : Ein echtes Vorbild

          Mehr Obst, weniger Kaffee, mehr Bewegung - Schmidt wollte ein gutes Vorbild für seine Untergebenen sein. Bis der Tag mit der Yogastunde kam.

          Gemischte Gefühle Video-Seite öffnen

          CDU-Politiker zum Wahlausgang : Gemischte Gefühle

          Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther äußerte sich positiv zu einem Jamaika-Bündnis. Julia Klöckner macht sich Sorgen über den Einzug der AfD in den Bundestag.

          Topmeldungen

          Bereits bei Wahlkampfauftritten der Kanzlerin hatte es in Sachsen massive Proteste gegen Merkel gegeben.

          AfD-Hochburg : Das macht ihnen Angst

          Nirgends ist die AfD so stark wie in Ostsachsen. Manche fühlen sich dort von der Politik vergessen. Doch das sind nicht nur zornige alte Männer.
          Arbeiter transportieren in Berlin ein CDU-Plakat ab.

          Ist Merkel schuld? : Bloß kein Scherbengericht in der CDU

          Die CDU drückt sich fürs Erste um eine tiefere Analyse ihres historisch schlechten Ergebnisses. Doch Merkels Partei steht nun vor riesigen Herausforderungen.

          Kanzlerkandidat a.D. : Noch schont die SPD Schulz

          Am Tag nach dem historischen Wahldebakel beginnt in der SPD die Suche nach Fehlern, Konsequenzen und Schuldigen. Auch wenn es keiner offen ausspricht, ist die Machtbasis von Ex-Kanzlerkandidat Schulz wacklig.
          „Epochale Herausforderungen“: Horst Seehofer am Montag in München

          Selbstverständnis der CSU : Ein Hauch von Kreuth

          Franz Josef Strauß hätte es geschüttelt angesichts des Zustands der CSU nach der Wahl. Die Partei ringt um Orientierung – und die Kritik an Horst Seehofers Kurs wächst.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.