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Nach Krisensitzung Simonis tritt als Unicef-Vorsitzende zurück

02.02.2008 ·  Der wiederholt erhobene Vorwurf der Verschwendung von Spenden an Unicef Deutschland hat dem Kinderhilfswerk sehr geschadet. Der darüber entbrannte Streit im Vorstand führte nun zum Rücktritt der Vorsitzenden Heide Simonis.

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Nach monatelangen Querelen ist Heide Simonis als Vorsitzende von Unicef-Deutschland zurückgetreten. Die frühere Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein begründete ihren Rückzug am Samstag mit unüberbrückbaren Meinungsverschiedenheiten im Vorstand des Kinderhilfswerks.

In seiner jetzigen Zusammensetzung sei der Vorstand nicht bereit, für transparente Finanzstrukturen zu sorgen, erklärte die 64-Jährige am Samstag nach einer Krisensitzung in Frankfurt. „Von daher ist eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Vorsitzenden und dem Vorstand unmöglich geworden“, heißt es in einer schriftlichen Erklärung von Simonis. Das Kinderhilfswerk erklärte, Simonis wolle mit ihrem Rücktritt „Unicef einen Neuanfang erleichtern“.

Geschäftsführer entlastet

Unicef Deutschland steht seit Monaten in den Schlagzeilen. Dem Geschäftsführer Dietrich Garlichs war Verschwendung von Spendengeldern vorgeworfen worden. Er soll externe Berater zu großzügig honoriert haben. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Anfangsverdachts der Untreue.

Nach der Überprüfung der Vorwürfe durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hatte der Vorstand des Kinderhilfswerks Garlichs jedoch das Vertrauen ausgesprochen. Die Gutachter hatten festgestellt, dass es keinerlei Hinweise auf Unregelmäßigkeiten, persönliche Vorteilsnahme oder Bereicherung gebe. Allerdings bemängelten sie auch Verstöße gegen Ordnungsregeln bei der Vergabe und Kontrolle von Transaktionen.

Mitarbeiten forderten mehr Transparenz

Simonis hatte noch Mitte vergangenen Monats erklärt, sie sei nicht amtsmüde und wolle weiter für eine uneingeschränkte Finanztransparenz bei dem Kinderhilfswerk kämpfen. Dabei sah sie viele ehrenamtliche Mitarbeiter auf ihrer Seite. Die Mitarbeiter forderten mehr Transparenz bei den Spendeneingängen und eine bessere Kontrolle der Geschäftsvorgänge bei Unicef, erklärte die frühere Regierungschefin jetzt. Verstöße bei der Vergabe, Durchführung und Kontrolle von Transaktionen müssten künftig ausgeschlossen sein. „Der Vorstand in seiner jetzigen Zusammensetzung will sich diesen Aufgaben ganz offensichtlich nicht stellen“, kritisierte Simonis. „Unsere Ansichten divergieren in unüberbrückbarer Weise.“ Daher habe sie sich entschlossen, das Amt niederzulegen.

Simonis war seit dem 1. Januar 2006 ehrenamtliche Vorsitzende von Unicef Deutschland. Ihre Nachfolge übernehme für eine Übergangszeit der frühere Vorsitzende Reinhard Schlagintweit, teilte die Organisation mit.

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