23.12.2009 · Der Schock über das Scheitern der Klimakonferenz sitzt so tief, dass den EU-Umweltministern nicht einmal eine Ursachenanalyse gelingt. Dabei hätte eine ehrliche Manöverkritik bei eigenen Fehlern anzusetzen.
Von Stefan DietrichGeplant war das Treffen der europäischen Umweltminister als vorweihnachtliche Feier des gemeinsamen Erfolgs. Nun ist daraus ein gemeinsames Wundenlecken geworden. Der Schock über das Scheitern der Klimakonferenz in Kopenhagen sitzt so tief, dass dabei noch nicht einmal eine Ursachenanalyse herauskam. Insbesondere die Bundesregierung möchte keine Schuldigen ausdeuten, um es sich nicht mit Chinesen, Afrikanern oder Amerikanern zu verderben, da schon im Juni die nächste Verhandlungsrunde in Bonn ansteht.
Eine ehrliche Manöverkritik hätte allerdings bei eigenen Fehlern anzusetzen: Die Europäer insgesamt haben sich den Erfolg damit verbaut, dass sie sich von Anfang an selbst auf die Anklagebank setzten. Sie haben sich derart in ihre „Schuld“ am Untergang von Tuvalu hineingeredet, dass sie damit geradezu groteske Entschädigungsforderungen aus aller Welt provozierten. Und den großen Schwellenländern lieferten sie den perfekten Vorwand dafür, sich die Hände in Unschuld zu waschen. Wer den Schwarzen Peter unbedingt haben will, der bekommt ihn auch.
Fazit von Kopenhagen.
Jürgen Große (Passatore)
- 23.12.2009, 11:19 Uhr
Nachfolgekonferenz zu Kopenhagen
Horst Trummler (Vandale6906)
- 23.12.2009, 13:46 Uhr
Nach "Climategate" geht beim Klima nichts mehr wie gehabt
Edgar Gärtner (Edsches)
- 23.12.2009, 13:50 Uhr
Koalition der Willigen
Harald Wenig (wenigfr)
- 23.12.2009, 14:58 Uhr
Na endlich!
Achim E. Leisewitz (AEL82007)
- 23.12.2009, 15:23 Uhr